Der Stellenaufbau am US-Arbeitsmarkt lag im Januar bei 130.000 und damit höher als erwartet. Die erneut mit Verzögerung veröffentlichten Daten zeigen, dass sich die Beschäftigungsentwicklung zu Jahresbeginn stabilisiert hat, und geben den Hoffnungen auf eine zyklische Belebung neue Nahrung. Gleichzeitig ändern sie noch nichts am Bild eines sich perspektivisch weiter abschwächenden US-Konsums. Die Fed wird sich in ihrer abwartenden Haltung hinsichtlich weiterer Zinssenkungen bestätigt sehen, meint Johannes Mayr, Chefvolkswirt bei Eyb & Wallwitz.
Laut offiziellem Arbeitsmarktbericht lag der Stellenaufbau in den USA im Januar bei 130.000 und damit höher als erwartet. Gleichzeitig sank die Arbeitslosenquote im Januar überraschend leicht auf 4,3 Prozent und die monatliche Lohndynamik lag mit +0,4 Prozent etwas höher als in den Vormonaten. Auch die Erwerbsquote stieg etwas an. Die Beschäftigungsentwicklung der Vormonate wurde im Rahmen einer turnusmäßigen Revision um insgesamt 862.000 Stellen nach unten revidiert, in etwa wie erwartet. Nach Sektoren entfiel auch im Januar der größte Teil des Stellenaufbaus auf personennahe Dienstleistungen, insbesondere im Bereich Gesundheit. Überraschend wurden auch im Bau und in der Industrie Stellen aufgebaut. Wie in den Vormonaten war die Beschäftigungsentwicklung im Tech-Sektor schwach.
AUSSICHTEN FÜR ANLEGER
Insgesamt sind die Januardaten zum Arbeitsmarkt positiv ausgefallen. Sie ändern aber noch nichts an dem Bild, dass die Trumpsche Wirtschaftspolitik die Beschäftigungsentwicklung und damit die Lohnsumme bremst und die mittelfristigen Aussichten für den US-Konsum eintrübt. Dieser hängt bereits seit Mitte 2025 überproportional an einer kleiner werdenden einkommensstarken Bevölkerungsgruppe sowie an einer positiven Entwicklung des Finanzvermögens und den Hoffnungen auf günstigere Kreditzinsen. Daran dürfte sich auch in den kommenden Monaten wenig ändern. In Niedriglohnsegmenten begrenzt die strikte Migrationspolitik das Angebot an Arbeitskräften.
Gleichzeitig beschleunigt die Wirtschaftspolitik den Einsatz von arbeits- und kostensparender neuer Technologie entlang der Wertschöpfungskette. Unternehmen können dadurch dem Druck auf die Margen, insbesondere durch die höheren Zölle, entgegenwirken. Bisher zeigt sich das vor allem in Personaleinsparungen im Technologie- und Softwarebereich. Aber auch in anderen Sektoren wird sich dieser Trend verstärken, zulasten des Konsums. Kurzfristig geben die Januardaten den Hoffnungen auf eine zyklische Belebung aber neue Nahrung. Die Fed wird sich deshalb in ihrer abwartenden Haltung hinsichtlich weiterer Zinssenkungen bestätigt sehen.

