Startseite » Nachhaltigkeit » Neue EU-Regulierung

Neue EU-Regulierung

April 2026

Weshalb der europäische Markt für ESG-Ratings vor großen Veränderungen steht, erläutert Julia Haake, Chief Revenue Officer bei EthiFinance.

EthiFinance
Julia Haake, EthiFinance

EthiFinance, eine europäische Rating- und Researchgruppe mit Fokus auf nachhaltige Finanzen, sieht den europäischen Markt für ESG-Ratings vor großen Veränderungen. Von der breiten Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt tritt am 2. Juli 2026 die EU-Verordnung für Anbieter von ESG-Ratings (Regulierung 2024/3005) in Kraft. Neben der Zulassungspflicht der Ratingagenturen bei der ESMA und die Beaufsichtigung durch die EU-Finanzmarktaufsichtsbehörde müssen Rating-Methodiken offengelegt und jährlich überprüft werden. Damit erhalten Marktteilnehmer sowie Emittenten mehr Transparenz und Vergleichbarkeit.

„Durch die strikten Regelungen für Anbieter von Nachhaltigkeitsratings steigen die Markteintrittsbarrieren deutlich. Das dürfte dazu führen, dass sich in den kommenden Jahren eine kleine Gruppe europäischer Champions herausbildet, die ihre Methodik, Daten und Angebot europaweit skalieren können“, erklärt Julia Haake, Chief Revenue Officer bei EthiFinance und Vorsitzende des Branchenverbands European Association of Sustainability Rating Agencies (EASRA).

KONVERGENZ DER ANALYSEN

EthiFinance rechnet weiterhin – trotz eines leichten Gegenwindes im Bereich Nachhaltigkeit – mit starker Nachfrage nach ESG-Ratings und -Daten im Markt. Für viele Investoren ist die übergreifende Analyse von finanziellen Risiken und Nachhaltigkeitsrisiken bereits selbstverständlich. „Die EU-Verordnung transformiert den ESG-Ratingmarkt von einem fragmentierten, teilweise intransparenten Informationsmarkt zu einem regulierten, institutionellen Infrastruktursektor des Finanzsystems “, so Haakes Fazit.