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Die Folgen des Irankriegs

April 2026

Weshalb der Blick auf die Kapitalkosten bei der Titelselektion wesentlich ist, erklärt Niall Gallagher, Fondsmanager bei Jupiter Asset Management.

Jupiter Asset Management
Niall Gallagher, Jupiter Asset Management

Die Entwicklung der Aktienmärkte im März wurde maßgeblich vom Konflikt im Iran geprägt, konstatiert Niall Gallagher, Fondsmanager bei Jupiter Asset Management, in seinem Marktkommentar. Die Märkte verzeichneten Rückgänge im hohen einstelligen Prozentbereich, begleitet von einer klaren Rotation in defensive Sektoren. Während Energiewerte stark zulegten, entwickelten sich Versorger, Telekommunikation und Materialien relativ besser. Konjunktursensitive und konsumnahe Sektoren standen dagegen stärker unter Druck.

Die Marktbewegungen waren zudem von hoher, durch Kapitalflüsse getriebener Volatilität gekennzeichnet. Kurzfristige Positionsanpassungen führten zu ausgeprägten Schwankungen.

Die Verluste im März haben im Wesentlichen die Gewinne aus Januar und Februar neutralisiert. Vor diesem Hintergrund erscheint eine seit Jahresbeginn weitgehend unveränderte Marktentwicklung als vergleichsweise moderat. Nach einer starken Entwicklung zu Jahresbeginn blieben der Jupiter European Fund und der Jupiter European Select im März hinter dem Markt zurück, wobei die Underperformance des Jupiter European Fonds geringer ausfiel.

Im Portfolio besteht weiterhin eine geringere Gewichtung klassischer defensiver Sektoren wie Telekommunikation, Versorger und Lebensmitteleinzelhandel, da viele dieser Unternehmen langfristig keine Renditen oberhalb ihrer Kapitalkosten erzielen. Dieser Ansatz kann kurzfristig nachteilig sein, ist jedoch zentral für die langfristige Wertentwicklung. Entsprechend wurde die Cash-Quote moderat erhöht, während das Marktrisiko nahe am Gesamtmarkt gehalten und Faktor-Risiken reduziert wurden.

Am grundlegenden Ausblick hat sich zuletzt wenig geändert. Die Unsicherheit über den weiteren Verlauf des Konflikts bleibt hoch, weshalb die Portfolios weder klar defensiv noch zyklisch ausgerichtet werden. Positive und negative Szenarien erscheinen derzeit gleichermaßen wahrscheinlich.

Eine wesentliche Anpassung im Fonds war im März der Wiederaufbau von Positionen im Energiesektor. Hintergrund sind die gestiegenen Öl- und Gaspreise infolge des Konflikts, die die Cashflows der Unternehmen erhöhen. Auch bei einer möglichen Entspannung wird mit anhaltend erhöhten Preisen gerechnet, unter anderem aufgrund notwendiger Lageraufstockungen.

Der Ausblick bleibt herausfordernd. Mit zunehmender Dauer des Konflikts steigen die Risiken für Wirtschaftswachstum und Unternehmensgewinne. Dabei ist zu berücksichtigen, dass ein erheblicher Teil der Umsätze europäischer Unternehmen außerhalb Europas erzielt wird, insbesondere in Asien, das stärker von steigenden Energiepreisen betroffen sein könnte.

Gleichzeitig erscheinen europäische Aktien mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 14,6x moderat bewertet. Bei einer schnellen Entspannung der Lage besteht daher Potenzial für eine deutliche Erholung.