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Chancen in Emerging Markets

Oktober 2026

Weshalb Anleger derzeit einen Blick auf Schwellenländeranleihen werfen sollten, erläutert Rob Drijkoningen, Co-Head Emerging Market Debt bei Neuberger.

Neuberger
Rob Drijkoningen, Neuberger

Warum Schwellenländeranleihen trotz der Turbulenzen an den Anleihemärkten der Industrieländer attraktiv bleiben, wo er derzeit die größten Chancen sieht und wie Anleger mit kurzlaufenden Anleihen die Volatilität im Portfolio begrenzen können, erklärt Rob Drijkoningen, Co-Head Emerging Market Debt bei Neuberger, in seinem aktuellen Marktkommentar:

„Zwar entwickeln sich Anleihen aus den Schwellenländern und den entwickelten Volkswirtschaften aufgrund ihrer Korrelation tendenziell in die gleiche Richtung. Da die Finanzierungsrisiken vieler Schwellenländer aber sowohl mit Blick auf die Staatshaushalte als auch auf ihren externen Finanzierungsbedarf begrenzt sind, dürften sie Turbulenzen gut überstehen.

Bislang haben sowohl Lokalwährungs- als auch Hartwährungsanleihen die aktuell von der Politik in den entwickelten Ländern ausgehende Volatilität gut verkraftet. Trotz hoher Bewertungen insbesondere am Hartwährungsmarkt sind die Renditen in beiden Segmenten im Vergleich zu den Industrieländern nach wie vor attraktiv. Lokalwährungsmärkte bieten zudem höhere Realrenditen und eröffnen Anlegern die Möglichkeit, ihre Anleiheallokation unabhängiger von den USA und vom US-Dollar aufzustellen.“

LOKALWÄHRUNGSANLEIHEN BESONDERS INTERESSANT

Wir sehen vielfältige Chancen sowohl an den Hart- als auch an den Lokalwährungsmärkten. Die Fundamentaldaten der Schwellenländer haben sich verbessert. Das zeigt sich darin, dass sowohl bei Staaten als auch bei Unternehmen die Rating-Heraufstufungen die -Herabstufungen überwiegen. Staats- und Unternehmensanleihen in Hartwährung rentieren inzwischen mit über 7 Prozent. Ein solches Niveau bot in der Vergangenheit mit Blick auf die folgenden zwölf Monate einen attraktiven Einstiegszeitpunkt. Allerdings sind die Risikoaufschläge seit 2023 deutlich zurückgegangen. Attraktivere Chancen sehen wir daher an den Lokalwährungsmärkten. Dort sind die nominalen und realen Renditen im Vergleich zu den Industrieländern so hoch wie seit 15 Jahren nicht mehr.

Für Investoren, die angesichts der turbulenten Zeiten nach einem Ansatz mit geringerer Volatilität bei Schwellenländeranleihensuchen, können sich Papiere mit geringerer Duration anbieten. Seit 2003 lag die Volatilität kurzlaufender Hartwährungsanleihen bei weniger als der Hälfte der Volatilität des breiten Hartwährungsmarkts, gemessen am J.P. Morgan EMBI Global Diversified Index. Zwar können Anleger damit nur eingeschränkt an Kursgewinnen partizipieren. Dafür bietet der Ansatz einen vergleichsweise guten Schutz vor Kursverlusten und ermöglicht attraktive risikobereinigte Renditen. Zudem kann die Rendite mit der des Gesamtmarkts mithalten, sodass Anleger solide laufende Erträge erzielen können.“