Die US-Staatsverschuldung hat die Marke von 40 Billionen US-Dollar überschritten und fast ein Fünftel der gesamten Staatseinnahmen muss laufend für Zinszahlungen aufgewendet werden. In seiner neuen Analyse „Das Dollar-Dilemma: Schuldenfalle, Finanzrepression und digitales Geld – Powerplay um die Zukunft des US-Finanzsystems“ untersucht das FERI Cognitive Finance Institute, wie sich die zunehmende Verschuldung der USA auf den US-Dollar und das globale Finanzsystem auswirkt.
„Schon jetzt unterliegen die USA einem Regime fiskalischer Dominanz. Die US-Notenbank verliert an Unabhängigkeit, denn sie muss vor jedem Zinsschritt die Folgen für die Staatsfinanzen mitdenken“, sagt Heinz-Werner Rapp, Gründer und Leiter des FERI Cognitive Finance Institute. Je stärker die Geldpolitik von fiskalischen Zwängen geprägt werde, desto größer seien die Risiken für professionelle Investoren weltweit.
Daneben zeigt die Analyse tiefgreifende geopolitische und technologische Veränderungen auf, die den US-Dollar in ein paradoxes Spannungsfeld rücken. Aufgrund der aggressiven US-Sanktionspolitik reduzieren viele Staaten ihre Abhängigkeit vom US-Dollar. Während dieser Trend die US-Währung tendenziell schwächt, könnten neue digitale Finanzinstrumente wie Stablecoins ihre Position stärken: Diese halten überwiegend Reserven in kurzlaufenden US-Schuldpapieren und sorgen damit für zusätzliche Nachfrage nach US-Dollar-Anlagen.
Rapp zufolge zeichnet sich ein klarer Transformationsprozess ab und die bestehende Finanzordnung verliert erkennbar an Stabilität. „Für professionelle Investoren ist es entscheidend, die neuen Unterströmungen im globalen Finanzsystem frühzeitig zu erkennen und sich entsprechend zu positionieren.“

