Chinas Exporte legten im August um 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu, die Importe sogar um 28,2 Prozent. Besonders stark wirkt der KI-Boom. Mehr als die Hälfte des Exportwachstums entfiel auf Hightech-Produkte, wie Berechnungen von Bloomberg Economics zeigen, erklärt Maximilian Wienke, Marktanalyst beim Onlinebroker etoro.
Die Ausfuhren integrierter Schaltkreise stiegen um fast 130 Prozent. Allerdings wird das Bild durch höhere Preise verzerrt. Die Knappheit bei Halbleitern und Elektronik hat die Preise teilweise stark steigen lassen. Das Exportwachstum ist daher nicht ausschließlich auf höhere Absatzmengen zurückzuführen. Regional zeigen sich deutliche Unterschiede. Die Exporte in die USA stiegen um 34,4 Prozent, in die EU lediglich um 6,7 Prozent. Gleichzeitig wuchs Chinas Handelsüberschuss mit den USA um fast 44 Prozent auf mehr als 29 Milliarden US-Dollar. Damit steigt auch das politische Konfliktpotenzial. Trump und Xi treffen sich noch im September, während der aktuelle Zoll-Waffenstillstand im November ausläuft.
Für deutsche Anleger ist der Exportboom deshalb nicht automatisch eine gute Nachricht. Produziert und exportiert China zunehmend hochwertige Industrie- und Technologieprodukte selbst, könnten deutsche Unternehmen durch schwächere Nachfrage aus China und stärkere chinesische Konkurrenz auf den Weltmärkten unter Druck geraten.

