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Wenn die Volatilität steigt

März 2026

Wohin der Ölpreis bei einer längeren Versorgungsstörung steuern könnte, analysiert Maximilian Wienke, Marktanalyst bei eToro.

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Maximilian Wienke, eToro

Die Makrodaten treten in dieser Woche in den Hintergrund, überschattet von den Entwicklungen im Nahen Osten, betont Maximilian Wienke, Marktanalyst bei eToro. Dabei ist der Kalender eigentlich gut gefüllt, wie er meint: ISM-Umfragen und Arbeitsmarktdaten aus den USA, dazu Inflationszahlen aus der Eurozone. Doch aktuell schreibt die Geopolitik die Schlagzeilen und diktiert die Kurse.

Es gibt kaum etwas, das Märkte weniger mögen als Unsicherheit. Der Ölpreis sprang zeitweise fast auf 80 US-Dollar – der höchste Stand seit Mitte Januar 2025, ein Plus von über neun Prozent. Hohe Preise kann der Markt einpreisen. Schwieriger wird es, wenn die Kontinuität der Lieferungen infrage steht. Die Folge sind höhere Volatilität, breitere Risikoprämien und eine steigende Nachfrage nach Absicherung.

Parallel zog Gold in der ersten Tageshälfte um mehr als zwei Prozent an, während der Dax rund zwei Prozent verlor. Der Fokus am Ölmarkt verschiebt sich vom Überangebot hin zur Versorgungssicherheit.

Entscheidend ist die Unterscheidung zwischen einem Preisproblem und einem Mengenproblem. Bei nachhaltigen Störungen könnte Öl in Richtung 90 bis 100 US-Dollar steigen. Das würde den Inflationsdruck erhöhen, Zinssenkungserwartungen dämpfen und vor allem Wachstumsaktien belasten. Defensive Sektoren und Energie dürften sich in einem solchen Umfeld besser abschneiden. Am Ende geht es um die Stabilität der Lieferketten, Anleger können lediglich auf eine Deeskalation hoffen.