Nicht nur Öl zählt zu den Gewinnern der Eskalation im Nahen Osten, auch der US-Dollar legt deutlich zu. Kapital fließt in die klassische Krisenwährung, der Dollar übernimmt wieder die Rolle des Safe Havens, konstatiert Maximilian Wienke, Marktanalyst beim Online-Broker eToro.
Die Kombination aus starkem Dollar und hohem Ölpreis ist jedoch problematisch. Brent wird nahezu ausschließlich in US-Dollar gehandelt. Ein stärkerer US-Dollar verteuert Energieimporte zusätzlich und erhöht den Preisdruck in Europa und Asien.
RENDITEN STEIGEN
Auch die Zinserwartungen spielen eine Rolle. Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen stieg jüngst zeitweise über 4,1 Prozent. Der Spielraum für Zinssenkungen in den USA wird kleiner, was den Dollar zusätzlich stützt. Die Dollarstärke ist also nicht nur eine Fluchtbewegung, sondern auch zinsgetrieben.
Für deutsche Anleger mit US-Aktien ist ein starker Dollar grundsätzlich positiv. Der Währungseffekt sorgt kurzfristig für Rückenwind. Wenn US-Aktien unter Druck geraten, kann der feste Dollar einen Teil der Kursverluste abfedern. Solange die geopolitischen Spannungen anhalten, Öl hoch bleibt und die US-Renditen stabil bleiben, dürfte der Dollar strukturell unterstützt bleiben.

