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Privileg nutzen

Printausgabe | Januar 2026

Die Vielzahl an psychischen Erkrankungen erhöht die Relevanz der Arbeitskraftsicherung. Vor dem Abschluss besonders auf die Regulierungsqualität des Versicherers achten – und wer hier in jungen Jahren aktiv wird, profitiert doppelt.

Fonds exklusiv

Längst sind psychische Erkrankungen die häufigste Ursache dafür, dass Menschen in Deutschland berufsunfähig werden. Erst mit deutlichem Abstand folgt der zweithäufigste Grund: Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparates. Das bedeutet: Dieses Lebensrisiko kann jeden treffen. Durch die Ausübung des Berufs wird gewöhnlich das Haupteinkommen generiert, sodass im Ernstfall nicht nur massive gesundheitliche Einschränkungen drohen, sondern auch ein finanzieller Absturz, falls keine persönlichen Rücklagen vorhanden sind. Je nach verbleibender Leistungskraft gewährt der Staat eine halbe oder volle Erwerbsminderungsrente, die aber so oder so keinen adäquaten Einkommensersatz darstellt.

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung gilt bekanntlich als Königsweg dieser Risikoabsicherung. Tatsächlich ist es aber kein Selbstläufer, dass im Ernstfall die vereinbarte BU-Rente fließt. Das liegt daran, dass sich Versicherte mit Ablehnungen ihres Produktanbieters herumschlagen müssen, z. B. wegen eines nicht gemeldeten Arztbesuchs oder weil eine Ausschluss- oder Nachprüfungsklausel geltend gemacht wird. Nach jüngsten Ergebnissen des Analysehauses Franke & Bornberg liegt der Grund in etwa jedem zweiten Fall aber woanders: Versicherte haben ihre Mitwirkungspflichten verletzt oder ihren Antrag auf BU-Rente aktiv zurückgezogen. Und bei weiteren fast 25 Prozent der Nicht-Leistungen lehnte der Versicherer aus medizinischen Gründen ab, weil der erforderliche BU-Grad nicht erreicht wurde. Hinzu kommt ein weiteres Ärgernis: Es dauert nicht selten Monate, bis sich der Versicherer auf den BU-Antrag zurückmeldet. 

KI soll Prozesse vereinfachen

Nach Einschätzung des Geschäfts-führers Michael Franke haben die teils langen Bearbeitungszeiten ihre Ursache auch in fehlendem Fachpersonal. Deshalb beschreiten Versicherer zwei Wege: Sie versuchen, eigene Talente auszubilden und interne Kompetenzen aufzubauen. Zudem investieren sie in Regulierungsplattformen, vereinfachen Prozesse und nutzen KI, um beispielsweise Informationen zu strukturieren und Arbeitsprozesse vorzubereiten. Vor diesem Hintergrund lohnt es einmal mehr, schon bei der Wahl des BU-Produkts auf die Regulierungsqualität des Versicherers zu achten. Außerdem steht und fällt das Absicherungsniveau mit der korrekten und sachgerechten Beantwortung der Gesundheitsfragen, denen sich Interessenten nie alleine widmen sollten. Spätestens hier gilt es, einen BU-Profi an Bord zu holen.

Für (Groß-)Eltern stellt sich dabei die Frage, ob das (Enkel-)Kind bereits abgesichert werden sollte. Im ersten Moment klingt es absurd, da Kinder bekanntlich keinen Beruf ausüben. Schnell stellen sich dann aber Aha-Momente ein. Kinder bzw. Schüler können durch eine Krankheit oder einen Unfall schulunfähig werden. Von einer finanziellen Absicherung des Staates wäre dann lediglich auszugehen, wenn sich der Unfall auf dem Schulgelände oder auf dem Weg dorthin ereignet hätte. Okay, statistisch gesehen, ist die Wahrscheinlichkeit eines solchen Leistungsfalls eher gering, aber mit Blick auf zunehmende psychologische Probleme von Jugendlichen wohl leider ansteigend. Warum also nicht gleich ein Sicherheitsnetz spannen und doppelt profitieren? In jungen Jahren lässt sich gewöhnlich ohne gesundheitliche Stolpersteine und zu günstigeren Beiträgen auch über Jahre hinweg ein hochwertiger BU-Schutz vereinbaren – ein Privileg, das so nie wieder kommt!