Inhalt | Print-Ausgabe 01/2021
27.03.2021

Trendwende und breiter Aufschwung bieten Chancen

Während die Pandemie dem Transport- und dem Energiesektor hart zusetzt, profitiert die digitale Infrastruktur von der Entwicklung sogar kräftig. 2021 sprechen gute Gründe für einen breiten Aufschwung quer durch die Branche. Das bietet Anlegern interessante Investmentchancen.

von Raja Korinek

Adobe Stock

Der Ausbruch der Pandemie stellte vieles in der globalen Wirtschaftswelt auf den Kopf – auch den Infrastrukturbereich. Betreiber von Flughäfen und Mautstraßen erlitten aufgrund der Reisebeschränkungen Umsatzeinbrüche. Demgegenüber zählten Anbieter der digitalen Infrastruktur und erneuerbare Energieerzeuger zu den Pandemie-Gewinnern. Allein die Umstellung auf Home-Office heizte die Nachfrage nach Cloud-Diensten an, das Datenvolumen stieg zudem deutlich an. Verständlich, dass die Aktien von Mobilfunkmasten-Betreibern in Nordamerika und Europa im Vorjahr zwischen zehn und knapp 50 Prozent zulegen konnten, betont Manoj Patel, Co-Head Infrastructure Securities der DWS.

Das erklärt auch die teils recht unterschiedlichen Wertentwicklungen bei den Branchenfonds, je nachdem, wo die Experten ihren Schwerpunkt setzen (siehe Tabelle auf Seite 24). Vieles spricht in diesem Jahr allerdings für einen breit gefachten Aufschwung in der Infrastrukturbranche. Die Impfwellen rollen auf Hochtouren, damit könnten Reisen ab dem zweiten Halbjahr 2021 möglich sein. Die Digitalisierung sowie der Trend zur Dekarbonisierung halten an. Weil auch das globale Wirtschaftswachstum zügig anziehen dürfte – der Internationale Währungsfonds rechnet 2021 mit einem Plus von 5,4 Prozent – wird der Energieverbrauch ebenfalls wieder steigen.

Moderne Infrastruktur für mehr Wachstums

Klar ist auch, dass ein vernünftiges Wachstum nur mit einer modernen Infrastruktur gelingt. Dabei gibt es unterschiedliche Trends. In den Schwellenländern schreitet die Urbanisierung voran, das erfordert neue Netze, Leitungen und ein breit angelegtes Abfallsystem. In vielen entwickelten Ländern stehen hingegen Erneuerungen an, während die grünen Pläne der Politik weltweit den Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft fördern – und damit den Ausbau nachhaltiger Infrastruktur.

Schon Ende 2019 verabschiedete die Europäische Union den „Green Deal“, mit dem Ziel, bis 2050 die Netto-Emissionen von Treibhausgasen auf null in der Region zu senken. Auch US-Präsident Joe Biden hegt ambitionierte „grüne“ Pläne. Werner Richli, Fondsmanager des CS (Lux) Infrastructure Equity Fund, zieht angesichts der Entwicklungen ein klares Fazit: „Um das CO2-Klimaneutralitätsziel 2050 zu erreichen, muss sich die globale Kapazität bei den erneuerbaren Energien um den Faktor sechs erhöhen. Wir stehen erst am Beginn eines enormen Wachstumsschubs“.

Diverse Strategien im Fokus

Dabei kann sich der Credit Suisse (Lux) Infrastructure Equity Fund langfristig behaupten und schaffte selbst auf ein Jahr ein ansehnliches Plus. Richli meint, die hohe Gewichtung der Telekommunikationsinfrastruktur und – aufgrund der eingeleiteten Klimaschutzmaßnahmen – die hohe Gewichtung von Versorgungsunternehmen habe sich während der Pandemie ausgezahlt.

Zu den größten Positionen zählte zuletzt etwa EDP Renováveis, das mehrheitlich im Besitz des portugiesischen Versorgers EDP-Energias de Portugal ist und den Schwerpunkt auf Windenergie legt. Die norwegische Scatec ist wiederum auf die Produktion von Solarstrom spezialisiert. In den USA mischt Hannon Armstrong Sustainable Infrastructure Capital im Bereich erneuerbare Energien mit. Insgesamt entfällt fast ein Drittel des Fonds auf letzteren Bereich. Obendrein hat sich die Untergewichtung im den Bereichen Transport- und Energietransportinfrastruktur als richtig erwiesen. Richli sagt aber auch, „Betreiber von Flug- und Frachthäfen, Mautstraßen oder Eisenbahnen verzeichneten infolge der Corona-Pandemie deutliche Kurskorrekturen, bieten aber attraktive Einstiegschancen.“

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