Inhalt | Print-Ausgabe 02/2019
27.06.2019

Multi-Asset: Richtig wappnen für die raue See

Die Schwankungen an den globalen Märkten nehmen kräftig zu, ausgeklügelte Strategien für die raue Börsensee sind deshalb gefragt. Und das gelingt einigen Top-Fondsmanagern mit flexibel gemanagten Portfolios besonders gut. FONDS exklusiv erklären sie ihre Erfolgsrezepte.

von Raja Korinek

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Man könnte fast meinen, das Murmeltier grüße täglich. Just als Marktbeobachter im zähen Handelsstreit zwischen den USA und China einen Durchbruch witterten, folgte im April bereits der nächste Rückschlag. Da wurden Zölle erhöht, und weitere Gespräche gefordert. Der Streit um Mobilfunktechnologien gießt nunmehr weiteres Öl ins Feuer. Und das belastet auch die weltweiten Börsen, denn die Unsicherheiten nehmen zu. Obendrein hält die Zinspolitik der Notenbanken die Rentenmärkte gehörig auf Trab. Umso wichtiger wird eine geschickte Vermögensaufteilung, die rasche Trendwenden erfolgreich erkennt. FONDS exklusiv hat deshalb mit den Top-Fondsmanagern von flexiblen Multi-Asset-Strategien gesprochen. Trotz guter Performancezahlen fallen die Ansätze im Einzelnen durchaus unterschiedlich aus.

Turbulenzen dürften zunehmen

Das Umfeld wird für Investoren jedenfalls nicht einfacher. Markus Elsässer, Fondsberater des ME Fonds - Special Values ist überzeugt, dass die kurzfristige Entwicklung an den Börsen angespannt bleibt, bis Ende 2019 könnte es zu gewaltigen Ausschlägen kommen. Schon im Vorjahr hatte er eine Bandbreite von plus zehn Prozent bis minus zehn Prozent vorausgesehen. Das könnte in diesem Jahr noch turbulenter werden. „Da sehe ich eine Bandbreite von plus 30 Prozent bis minus zehn Prozent“. Das kann aber auch eine Menge Chancen bieten, auf die Friedrich Schagerl, Fondsmanager des WSS International verweist. Ihm würde eine Zunahme der Volatilität nämlich gefallen. Der Grund? Ein Teil seiner Strategie zielt auf das selektive Verschreiben von Optionen ab. Verdient wird an den daraus eingenommenen Prämien, die bei einer Zunahme der Volatilität freilich steigen. Doch auch mit einem Investment in Aktien sehen die Experten noch immer Chancen. Die Schwankungen sollten Anleger davon nicht abhalten, meint Elsässer. Er bleibe rundherum positiv gestimmt. „Allerdings nicht für die Börsenindizes, sondern für einzelne Aktienunternehmen“. Gesucht wird deshalb systematisch nach Qualitätsaktien, zu denen etwa United Technologies aus den USA und Dassault Systemes aus Frankreich zählen.

 

Tabelle: Die besten Multi-Asset-Fonds auf einen Blick



Ähnlich selektiv ist der Zugang bei anderen Portfolios. Nach den deutlichen Kursgewinnen zum Jahresanfang habe man Gewinne mitgenommen und die Aktienquote auf 61,4 Prozent gesenkt, erklärt Bert Flossbach, Gründer und Vorstand der Flossbach von Storch AG in Hinblick auf den Flossbach von Storch - Multiple Opportunities II RT Fonds. Dass im Fonds Titel aus der Nahrungsmittel- und Tabakbranche aktuell am höchsten gewichtet sind, habe dabei nichts mit einem speziellen Fokus auf Dividenden zu tun – auch wenn hohe Ausschüttungen diese Sektoren typischerweise charakterisieren. „Die Dividende ist wichtig, aber zunächst einmal nicht entscheidend“, betont Flossbach. Vielmehr gelte die Robustheit des Geschäftsmodells – den er als Schutzwall sieht – und damit verbunden dessen langfristige Perspektiven sowie die Bilanz- und Managementqualitäten. Und da wird Flossbach derzeit in Europa besonders fündig.

Finanzbranche mit Chancen

Dort gibt es im Übrigen auch zahlreiche Finanztitel, die den allgemeinen Marktaufschwung noch nicht mitgemacht haben. Friedrich Schagerl vom WSS International hat in den letzten Monaten die Bankenbranche in seinem Fonds jedenfalls leicht erhöht, und das aus gutem Grund: „Die Bankaktien sind aus dem Gesichtspunkt des Contrarian Investing von Interesse. Erwähnt sei in diesem Zusammenhang etwa die europaweite Fusionsphantasie, die Rationalisierung aufgrund der Digitalisierung sowie der Handhabe des EZB Negativzinses für die Banken“. Tatsächlich wurde zuletzt etwa über eine Staffelung des EZB-Einlagensatzes diskutiert, um den Banken damit unter die Arme zu greifen. Schragerl findet aber auch Gefallen an österreichischen Immobilienaktien. Immerhin zählen Athos Immobilien sowie die Immofinanz zu den größten Positionen. Und das aus gutem Grund. Denn Schagerl sieht bei den österreichischen Immobilienaktien weiterhin Optimierungsmöglichkeiten, die sich noch nicht in allen Kursen widerspiegelten. In den vergangenen Jahren sind aber auch eine Menge Zukunftsthemen aufgekommen. Neue Kommunikationsmittel sowie die voranschreitende Automatisierung prägen die Wirtschaft zunehmend und eröffnen damit auch neue Investmentchancen. Beim Acatis Datini Valueflex Fonds sind es vor allem die Bereiche E-Mobilität und IT, die im Fokus stehen. Im Bereich der Biotechnologie findet man ebenso Chancen. "Das sind für uns die interessantesten Branchen", sagt Fondsmanager Hendrik Leber.

 

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