ASSET ALLOCATION: Geheimnisvolle Erfolgsformel
Das Jahr 2008 hat sogar Top-Asset-Managern ihre Grenzen klar aufgezeigt: Nur durch radikale Umschichtungen zwischen den einzelnen Anlageklassen gelang es einigen wenigen, die massiven Verluste an den Aktienmärkten auszugleichen. Doch was können Privatanleger tun, um sich den neuen Herausforderungen an die Asset Allocation zu stellen?

Die Finanzmärkte haben es gerade in diesem Jahr eindrucksvoll gezeigt: Der Kampf um Performance wird härter: Traditionelle Renditequellen versiegen, und die Risiken steigen, da viele Asset-Klassen zunehmend im Gleichschritt marschieren. 2008 etwa ging es nicht nur an den meisten Aktienmärkten, sondern auch bei Anleihen talwärts. Institutionelle Investmentprofis suchen daher ihr Heil in alternativen Anlagen. Die Milliarden Dollar schweren Stiftungsfonds renommierter US-Ostküstenuniversitäten machen es seit vielen Jahren vor. Das Auffälligste dabei: Klassische Anlagen machen zumeist kaum mehr als 30 Prozent des Portfolios aus, Anleihen sind sogar auf bis zu fünf Prozent Anteil geschrumpft. An der Spitze der Asset-Allocation stehen Hedgefonds mit bis zu 25 Prozent, fast ebenso viel steckt in direkten Immobilieninvestments und Nutzholz. Zuletzt war allerdings nur mit Rohstoffen eine klar positive Rendite zu erzielen. Für Privatanleger stellt sich daher die Frage: Inwieweit sollen sie diesem Vorbild folgen?
ZWEI PAAR SCHUHE
Die Erfolgsrezepte der US-Uni-Cracks lassen sich keineswegs eins zu eins übernehmen, das liegt schon an den völlig unterschiedlichen Ausgangsvoraussetzungen. Darauf weist etwa Marco Schmitz, Leiter Publikumsfonds bei der deutschen Privatbank Sal. Oppenheim, hin: "Privatanleger haben meist einen völlig anderen Investmenthorizont und Anlageziele, die sich von Stiftungsfonds, aber auch von anderen Institutionellen wie etwa Versicherungen, deutlich unterscheiden." So streben etwa Stiftungsfonds nach regelmäßigen Zahlungen aus ihrem Anlagevermögen, um die laufenden Ausgaben der jeweiligen Universität decken zu können. Der typische Privatanleger hingegen bestreitet diese üblicherweise mit seinem Gehalt. Während Institutionelle kaum Interesse an kurzfristig realisierbarer Liquidität ihrer Anlagen haben, trifft dies bei Privatanlegern sehr wohl zu, zumindest für einen erheblichen Teil ihres investierten Vermögens. Denn: Immer wieder können größere Anschaffungen erforderlich werden, etwa ein neues Auto oder eine Reparatur der Wohnstätte.
"Dazu kommt, dass die Gruppe der Privatinvestoren auch hinsichtlich ihres Risikoprofils im Gegensatz zu den Institutionellen sehr inhomogen ist", ergänzt Sal. Oppenheim-Experte Schmitz, und erläutert: "Ein freiberuflich Tätiger kann nicht dieselben Investmentrisiken schultern wie etwa ein Beamter." Daher gilt für Privatanleger folgende Grundregel: Vor Festlegung einer individuell geeigneten Aufteilung des Geldvermögens in einzelne Anlageklassen (=Asset Allocation), muss sich jeder Sparer über seine Anlageziele und den dafür vorhandenen Zeithorizont klar werden und zudem seine Risikofähigkeit eingehend prüfen. Zu dieser Bestandsaufnahme gehören auch Prognosen über die zukünftigen Vermögensverhältnisse. Nach Berücksichtigung aller absehbaren Ausgaben für die kommenden fünf Jahre erhält der Privatanleger sein maximales Sparvolumen für die Zwecke der langfristigen Veranlagung. Und aus dem Grad der persönlichen Risikotoleranz lässt sich die Aktienquote ableiten, die das Fundament jedes Portfolios bildet. Die alte Formel, wonach 100 minus das Lebensalter den Aktienanteil ergibt, erscheint nicht mehr zeitgemäß. "Allerdings wird sich oft herausstellen, dass das Anfangskapital für eine ausgefeilte globale Asset Allocation nicht ausreicht", weiß Marco Schmitz aus der Praxis. "Wir empfehlen dann meist, die Diversifikation schrittweise vorzunehmen, also mit einer Basisaufstellung zu starten und diese dann schrittweise je nach Kapitalzufluss weiter zu verfeinern."
Den vollständigen Artikel finden Sie in der Print-Ausgabe 03/2008 von FONDS exklusiv.
