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12.07.2012

Zehn gute Gründe für Aktienanlagen

Auch wenn kurzfristig Vorsicht geboten ist – langfristig sprech vieles für Aktien, meint Patrick Hasenböhler, Aktienanalyst bei der Bank Sarasin.

Patrick Hasenböhler, Aktienanalyst Bank Sarasin

Patrick Hasenböhler, Aktienanalyst Bank Sarasin

Bank Sarasin

Zurzeit lasten vor allem Sorgen um die politische und wirtschaftliche Entwicklung im Euro-Raum sowie Unsicherheiten bezüglich der globalen Konjunkturentwicklung auf den Aktienkursen. Kurzfristig dürfte das Umfeld für Aktien schwierig bleiben. Auch die Bank Sarasin empfiehlt deshalb, gegenwärtig in der Portefeuille-Strukturierung Aktien unterzugewichten. In den Medien werden vielfach nur noch die Nachteile von Aktien, wie das gegenüber festverzinslichen Anlagen überdurchschnittliche Risiko, die Abhängigkeit des Kursverlaufs von der Konjunktur oder spekulationsgetriebene Kursschwankungen in den Vordergrund geschoben. Trotzdem gibt es gute Gründe dafür, langfristige Aktienpositionen aufzubauen – insbesondere in Zeiten einer Börsenbaisse.

 

1) Das wichtigste Argument ist, dass mit Aktien mittel- und langfristig eine attraktive Rendite erwirtschaftet werden kann.

 

2) Die Ausschüttungsrendite ist neben der Kursentwicklung eine wichtige Komponente des Gesamtertrags einer Aktie. Der Kursrückgang an den Börsen hat den Vorteil, dass Beteiligungen an den Unternehmen günstiger sind und – gleichbleibende Ausschüttungen vorausgesetzt – die jährliche Ausschüttungsrendite dadurch steigt. Dies steigert im heutigen Tiefzinsumfeld die relative Attraktivität von Aktienanlagen.

 

3) An der Börse kann der Anleger seine Investitionsentscheidungen rasch in die Tat umsetzen. Im Gegensatz zu privat gehaltenen Unternehmensbeteiligungen oder Immobilien sind an der Börse notierte Aktiengesellschaften sehr einfach erwerb- oder veräußerbar. Insbesondere in unsicheren Zeiten kann es ein riesiger Vorteil sein, in liquiden Anlagen investiert zu sein.

 

4) Wer in Aktien investiert, stellt der Wirtschaft das benötigte Kapital zur Verfügung und trägt damit dazu bei, dass der finanzielle Treibstoff für eine funktionierende Wirtschaft vorhanden ist. Am Kapitalmarkt finden Unternehmen, die Geld benötigen, Anleger, welche bereit sind, Geld zu investieren. So erleichtert eine Börsennotierung den Zugang zu Eigenkapital. Die Handelsplattformen fördern die Marktliquidität, verringern die Transaktionskosten und stellen eine Markttransparenz her, die auch dem Schutz vor Manipulationen dient.

 

5) Am Aktienmarkt hat jeder Kleininvestor die Möglichkeit, sich an einem Unternehmen zu beteiligen, dessen Geschäftsmodell ihn überzeugt. So konnten private Investoren beispielsweise am Erfolgsmodell und der Wertvermehrung von Apple oder McDonald‘s teilhaben, am Erfolg von Ikea oder Red Bull dagegen nicht, da sich diese Gesellschaften in Privatbesitz befinden.

 

6) Nicht nur den Investoren, sondern auch der Öffentlichkeit kommt es zugute, dass börsennotierte Aktiengesellschaften regelmäßig über den Geschäftsgang und die finanzielle Situation Rechenschaft ablegen müssen. Diese Transparenz ist neben dem Mitspracherecht ein wesentlicher Vorteil für die Aktionäre.

 

7) Ein funktionierender Aktienmarkt und eine hohe Aktienakzeptanz in der Gesellschaft tragen zum Erfolg einer Volkswirtschaft bei. Länder mit einer hohen Börsenkapitalisierung pro Kopf weisen tendenziell ein höheres Bruttoinlandsprodukt pro Kopf aus.

 

8) Aktienanlagen können in einem inflationären Umfeld dank steigenden Unternehmensgewinnen vor Kaufkraftverlust schützen. Zudem erhalten Anleger mit dem Kauf der Aktien einen Teil des Unternehmens und halten damit Anteile an Immobilien, Grundstücken, Maschinen, Produkten etc.

 

9) Mit Aktienanlagen ist eine Risikostreuung selbst mit geringen Beträgen möglich. Die Umsetzung der wichtigen Anlegerregel «nicht alle Eier ins gleiche Nest zu legen» fällt somit leicht.

 

10) Langfristig sind Aktienanlagen rentabler als festverzinsliche Anlagen. Je länger der Anlagehorizont ist, desto besser fährt ein Anleger mit Beteiligungspapieren.