Meldungen | Aktien, Marktanalyse, Marktausblick
26.11.2020

Weshalb Extremrisiken vom Tisch sind

Wie man sich für eine Zeit nach der Pandemie am besten positioniert, erklärt Toby Nangle, Globaler Leiter des Bereichs Asset-Allokation bei Columbia Threadneedle.

Toby Nangle, Columbia Threadneedle

Toby Nangle, Columbia Threadneedle

Columb ia Threadneedle

Angesichts der Nachrichten über Impfstoffe gegen das Corona-Virus ist das Extremrisiko für die Märkte nach Ansicht der Fondsgesellschaft Columbia Threadneedle Investments vom Tisch. „Das ist eine gute Nachricht, sowohl für die Finanzmärkte als auch für die Menschen“, kommentiert Toby Nangle, Globaler Leiter des Bereichs Asset-Allokation. „Unternehmen, in die ohne Aussicht auf einen solchen wirksamen Impfstoff keiner investieren wollte, werden nun wieder genauer in Augenschein genommen.“

Vor diesem Hintergrund seien der deutliche Aufwärtstrend und die Umschichtungen an den Aktienmärkten nachvollziehbar. Nangle: „Die am stärksten durch die COVID-19-Pandemie beeinträchtigten Unternehmen, beispielsweise in der Tourismus- und Freizeitbranche, verzeichneten enorme Kurssprünge, denn sie sind nun wieder lohnende Anlageobjekte.“

Auch Columbia Threadneedle hat seine Asset-Allokation für gemischte Portfolios an das neue Marktumfeld angepasst. Dafür war neben den Impfstoff-Nachrichten auch das Ergebnis der US-Wahlen ausschlaggebend. Bereits seit April 2020 konzentrieren sich die Experten im Aktienbereich auf zwei Regionen: asiatische Schwellenländer und die USA. Nun sind sie für asiatische Schwellenländeraktien nochmals zuversichtlicher geworden. „Die Gewinnerwartungen sind bereits stark und könnten weiter zulegen“, sagt Multi-Asset-Portfoliomanagerin Maya Bhandari. „Insofern bestand die jüngste Anpassung unserer Asset-Allokation darin, unser Engagement in asiatischen Aktien auf eine starke Präferenz anzuheben, um dieses Aufwärtspotenzial zu nutzen.“

Zur Begründung verweist Columbia Threadneedle darauf, dass Joe Biden als vermutlicher nächster US-Präsident einen gemäßigteren Ton anschlagen könnte, was das Verhältnis der USA zu China angeht. Dies dürfe dazu führen, dass die Risikoprämie asiatischer Aktien zurückgehe und die Kurse stiegen. Im Ergebnis könnten asiatische Aktien auf Sicht der kommenden zwölf bis 18 Monate relativ betrachtet höhere risikobereinigte Renditen erzielen“, sagt Bhandari.