Meldungen | Beratung
14.10.2015

Wenig in ETFs, wenig Risiko

Berater empfehlen nach wie vor lieber aktive Fonds als passive und sind mit geringer Risikobereitschaft der Anleger konfrontiert, ergaben zwei Befragungen von Schroders.

Carlo Trabattoni, Schroders Investments

Carlo Trabattoni, Schroders Investments

Foto: Schroders

Auch wenn passive Fonds immer beliebter werden, bei den Finanzintermediären bleiben sie gegenüber aktiven Fonds noch ein Minderheitenprogramm. Das ist ein Ergebnis der Befragung von mehr als 110 internationalen Spezialisten für diskretionäres Fonds-Management und Fonds-Selektion im Rahmen der Schroders Investment Conference in Budapest. Passive Strategien spielen in ihren Portfolios dagegen nur eine Nebenrolle. So gaben 58 Prozent der Konferenzteilnehmer an, weniger als 10 Prozent in solche Anlageformen zu investieren. Dieser Trend wird durch eine Umfrage, die Schroders unter 2.000 Vermittlern aus aller Welt durchführte, untermauert. Die Ergebnisse zeigen, dass Aktienfonds das beliebteste Anlagevehikel sind: Mehr als die Hälfte der Befragten (52 Prozent) empfiehlt bevorzugt aktive Fonds gegenüber anderen Instrumenten, wie Direktinvestitionen in Aktien und ETFs. Lediglich vier Prozent ziehen es vor, ihren Kunden ETFs zu empfehlen. Die Teilnehmer der Konferenz bestätigten zudem eine starke Nachfrage nach ertragsorientierten Anlagen: Als wichtigstes Investitionsziel ihrer Kunden nannten 56 Prozent Erträge, davon 29 Prozent Kapitalwachstum mit regelmäßigen Zugewinnen und 27 Prozent reine Überschüsse. Auch dieser Trend wird durch die umfassendere Umfrage bestätigt, bei der ebenfalls Kapitalwachstum und regelmäßige Erträge als Hauptanlageziele angegeben wurden (31 Prozent). Auf die jüngste Marktvolatilität reagieren Anleger mit einer Anpassung ihrer Portfolios:Von den 2.000 Intermediären rechnen die meisten in den kommenden Monaten mit einer zunehmenden Nachfrage nach Anlageberatung (60 Prozent). Die Marktvolatilität (21Prozent) und neue Anlagechancen (23 Prozent) werden als Hauptgründe genannt.

Darüber hinaus stellen die Befragten ein Missverhältnis zwischen der Risikobereitschaft der Anleger und den erwarteten Renditen fest: Als häufigste Fehler der Anleger gelten demnach zu große Risikoaversion und zu kurzfristiges Denken. Ein Anteil von 86 Prozent findet, dass einige Kunden unrealistische Renditen erwarten. „Die Feststellung, dass Erträge und aktive Fonds verwaltung nach wie vor zwei bedeutende Anlagethemen für Intermediäre sind, war für uns keine große Überraschung“, sagt Carlo Trabattoni, Schroders Head of Pan European Intermediary and Global Financial Institutions Group, zu den Ergebnissen. „Eine der wichtigsten Fragen, die sich nach der Erhebung stellt, lautet jedoch, wie wir mit dem Missverhältnis zwischen der Risikobereitschaft der Anleger, dem Zeithorizont und den erwarteten Renditen umgehen. Aktiv verwaltete Fonds können unserer Ansicht nach helfen, diese Ziele zu erreichen.“