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01.10.2014

Was Familienunternehmen ausmacht

Für Aktienanleger können familiengeführte Unternehmen ein sinnvolles Investment sein, besagt eine Studie der BHF Bank.

Die Familie Siemens um 1876

Die Familie Siemens um 1876

Foto: Siemens

Die Frankfurter BHF Bank hat sich in einer Studie mit dem Investment-Thema „Familienunternehmen“ befasst. Dabei wurden aus einer Grundgesamtheit von 1.111 europäischen Aktien zunächst 79 Unternehmen herausgefiltert und diese dann mit einem Scoring-Modell anhand von sechs Kriterien über den Zeitraum 2009 bis 2015 (Prognosen) bewertet. Als Ergebnis wurde u.a. eine „Hitliste“ mit den Top 10 generiert. Im Detail förderte die Analyse einige grundlegende Eigenschaften von Familienunternehmen zutage, erklärt Studienautor und Equity Researcher Winfried Becker: „Diese Unternehmen haben ein starkes Wachstum, oft auch begleitet von einer steigenden Marktkapitalisierung. Sie haben mit einem Medienwert von 42,1% eine überdurchschnittlich hohe Eigenkapitalausstattung.“ Die Abhängigkeit von Banken wurde offensichtlich reduziert. Familienunternehmen haben auch die Finanzkrise 2008 gut überstanden. Bezogen auf die EBIT-Marge wurde nach nur zwei Jahren das Vorkrisenniveau wieder erreicht. Nicht umsonst finden sich in der Gruppe von Familienunternehmen zahlreiche sogenannte „Hidden Champions“.

Kein Interessenkonflikt

Doch welche Faktoren führen nun zum Erfolg? Ein wesentliches Merkmal der Familienunternehmen ist laut Studie die Einheit von Eigentum und Führung. Sie sind damit nicht dem „Principal-Agent-Konflikt“ ausgesetzt. Das heißt, die Geschäftsführung (Agent) und die Eigentümer (Principals) geraten nicht in einen Interessenkonflikt. Um hier eine Abgrenzung zu machen, mussten bei der Analyse drei Kriterien müssen erfüllt sein, damit es sich um ein Familienunternehmen handelt: Mitglieder der Gründerfamilie oder deren Nachfahren halten direkt oder indirekt mindestens 25% am stimmberechtigten Kapital, sie arbeiten aktiv in der Unternehmensführung mit und sie sind aktiv in einem Kontrollgremium vertreten. „Eine einzige, allgemeingültige Erfolgsstrategie konnten wir nicht identifizieren. Das Umsatzwachstum steht aber teilweise in einem engen Zusammenhang mit der Innovationkraft eines Unternehmens. Erfolgreiche Unternehmen sehen den Markt und die Technik als gleichstarke Antriebskräfte für Innovationen an“, fasst Becker zusammen. In das Unternehmensranking konnten aber nur die messbaren Kennzahlen wie Eigenkapitalquote, EBIT-Marge und KGV-Bewertung einfließen. Für jedes Kriterium wurde eine bestimmte Punktezahl vergeben und diese dann addiert. Folgende Top 10 der Familienunternehmen waren das Ergebnis:

 

 

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