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17.10.2019

Warum Wertpapiere unterschiedliche Renditen erzielen

Eine US-amerikanische Forschungsarbeit zum Vergleich von Faktormodellen wurde dieses Jahr mit dem Spängler IQAM Best Paper Prize ausgezeichnet.

Haitao Mo (Louisiana State University)

Haitao Mo (Louisiana State University)

Foto: Spängler IQAM

Im Rahmen der 46. Jahrestagung der European Finance Association (EFA), die kürzlich in Carcavelos in Portugal stattfand, wurde bereits zum neunten Mal in Folge vom Spängler IQAM Research Center der "Spängler IQAM Best Paper Prize" verliehen. Die preisgekrönten Autoren Kewei Hou (The Ohio State University), Haitao Mo (Louisiana State University), Chen Xue (University of Cincinnati, Ohio) und Lu Zhang (ebenfalls The Ohio State University) untersuchten in ihrer Arbeit „Which Factors?“ die Aussagekraft so genannter Faktormodelle. Diese sollen zeigen, inwiefern die Höhe von Wertpapierrenditen auf einen oder mehrere festzulegende Einflussfaktoren zurückzuführen ist. Am bekanntesten ist das Capital Asset Pricing Model (CAPM): Je stärker ein Wertpapier auf Marktschwankungen reagiert, desto höher ist seine erwartete Rendite. Die Leistungsfähigkeit verschiedener Faktormodelle und deren Renditen vergleicht das Sieger-Paper. Die Autoren stellten fest, dass die Modelle mit der besten Leistung „Q-Faktor-Modelle“ sind. Diese Modelle basieren darauf, dass Unternehmen mehr investieren, wenn ihre Kapitalkosten niedriger sind. So können die Investoren die Kapitalkosten (erwarteten Renditen) eines Unternehmens aus ihren Investitionsentscheidungen herausfiltern. Vor allem berücksichtigen Q-Faktor Modelle das Verhältnis aus Investition zu Gesamtbilanzsumme, die Profitabilität der Unternehmen und deren Marktkapitalisierung. Im Artikel wird gezeigt, dass Q-Faktor Modelle andere Modelle, wie die „Stambaugh-Yuan-Vier-Faktor-Modelle“ oder das Fama French 5-Faktor Modell weitgehend dominieren.

Mehr als 500 Teilnehmer nahmen in diesem Jahr an der Konferenz in Portugal teil, darunter neben renommierten Wissenschaftern aus aller Welt auch viele Praktiker. In der Jury des Best Paper Prize waren 38 Wissenschafter von Universitäten in Europa, den USA und Asien vertreten. Sie wählten beste Arbeit unter allen im abgelaufenen Jahr in der Zeitschrift der European Finance Association „Review of Finance“ veröffentlichten Arbeiten aus.