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18.07.2013

US-Small Caps: K├Ânnen sich aktive Fondsmanager wieder behaupten?

Aktive Fondsmanager hatten in den vergangen Jahren keine Freude mit US-Small Caps – das gesteht die auf Small Caps spezialisierte Legg Mason-Tochter Royce & Associates.

Frank Gannon

Frank Gannon

Foto: Legg Mason

 „Man muss nicht lange nach Beweisen dafür suchen, dass die Zahl der aktiven Manager, die eine Outperformance erzielen konnten, auf einem historischen Tiefstand liegt“, sagt Frank Gannon, Fondsmanager und Geschäftsführer bei Royce & Associates. Den Grund hierfür sieht er in den verblüffenden Marktdynamiken, die aktive Manager quasi machtlos haben zuschauen lassen. So hätten etwa defensive Sektoren wie Konsumgüter, Gesundheitswesen, Versorger oder REITs plötzlich die Marktrally angeführt.


Doch auch wenn ein Monat noch keinen Trend macht, ist Gannon positiv, dass sich das Blatt nun wendet: „Im aktuellen Marktumfeld spricht sehr viel für einen aktiven, disziplinierten Investmentansatz. Einer, bei dem fundamental solide Unternehmen zu attraktiven Bewertungen verkauft werden.“ Er und sein Team sind der Überzeugung, dass sich die US-Wirtschaft weiter erhole und die Ertragskraft vieler US-Small Caps steigen werde. „Mit zunehmender Erholung der amerikanischen Wirtschaft steigen auch die Verkaufszahlen vieler Firmen, die wir im Portfolio haben und bei denen wir davon überzeugt sind, dass sie über einen operativen Hebel in ihrem jeweiligen Geschäftsmodell verfügen. Somit werden auch die Gewinne deutlich steigen“, ergänzt Gannon.


Damit sei auch die Marktdynamik wieder eine andere. „Ein Fokus auf defensive Sektoren ist nicht länger eine risiko-averse Strategie“, sagt Gannon. Vielmehr müssen Investoren wieder tiefer in die Analyse der Geschäftsmodelle einsteigen und können nicht einfach defensive Namen mit niedrigem Risiko als Alternative zu Anleihen kaufen: „Aktien müssen wieder als das angesehen werden, was sie sind: Unternehmen und kein Ersatz für risikolose Anleihen in einer Welt mit geringem Wachstum.“ Zusätzlich kritisiert Royce & Associates, dass die Jagd nach risikolosen Erträgen in den defensiven Sektoren der US-Small Caps hohe Bewertungsrisiken nach sich ziehe, was ein Effekt der Null-Wachstums-Welt sei, in der wir derzeit leben würden.


„Es ist paradox“, sagt Gannon. „Eigentlich sollten sich Investoren in einem solchen Marktumfeld auf Unternehmen konzentrieren, die über finanzielle und operative Stärke verfügen. Denn das sind die Unternehmen, die in unsicheren Zeiten gedeihen.“ Für Royce stehe fest, dass der freie Cashflow Firmen die nötige Flexibilität gibt, um ihr Kapital effektiv einzusetzen. Der Small Cap-Spezialist hat sich bisher immer auf Unternehmensrisiken konzentriert und dabei ein Auge auf die Bewertungen geworfen. Die freie Cashflow-Rendite war dabei stets eine wichtige Komponente, um die absolute Bewertung eines Unternehmens zu bestimmen. „Für uns ist der freie Cashflow ein Kriterium dafür, ob eine Aktie positives Ertragswachstum und einen hohen internen Zinsfuß erzielen kann“, sagt Gannon.


Unternehmen, die auf einen überschüssigen freien Cashflow zugreifen können, hätten die Flexibilität zu investieren, Aktienrückkäufe zu tätigen, Schulden auszulösen oder Dividenden auszuschütten – all das sei im aktuellen Marktumfeld, in dem Unternehmen Probleme hätten unterm Strich Wachstum zu erzielen, von größter Bedeutung.


Für Royce gilt deshalb: Die vernünftige Allokation von Kapital ist der Katalysator für einen starken Investmentzyklus, wenn sich der Nebel des kraftlosen Wirtschaftswachstums erst einmal gelegt hat und die Zinsen nahe des Nullzinses wieder steigen.