Meldungen | Marktkommentar
15.11.2011

Templeton: Nutzen Panik des Marktes zu unserem Vorteil

Der September hat die Marktteilnehmer wieder auf harte Proben gestellt. Recht positiv hört sich der Ausblick von Michael Hasenstab, Senior Vice President, Portfoliomanager Co-Director vom International Bonds Department der Franklin Templeton Fixed Income Gruppe an. Er geht nicht von einer Rezession der Weltwirtschaft aus und die Euro-Währungszone sollte uns erhalten bleiben. In China stehe der Wirtschaft eine weiche Landung bevor. 

Michael Hasenstab, Franklin Templeton

Michael Hasenstab, Franklin Templeton

„Die Konjunkturdaten in den USA und Asien zeigen seit einiger Zeit kontinuierliches, wenn auch moderates Wachstum", führt Hasenstab an.
Chinas Wirtschaft unterstütze nach wie vor das globale Wachstum und sorge für immense Nachfrage nach Exporten anderer asiatischer Länder. Allerdings könnten steigende chinesische Löhne international zu Inflationsdruck führen. „Zum Glück haben sich die Märkte im Oktober etwas beruhigt, als sich diese fundamentalen Punkte langsam wieder durchsetzten", meint Hasenstab. „Aber wir sind noch nicht über den Berg".
 
„Wir vertreten nach wie vor die folgenden Überzeugungen”, führt der Experte für Festverzinsliche aus: „Erstens, asiatische Währungen haben langfristiges Wertpotenzial gegenüber dem Euro, dem Japanischen Yen und dem US-Dollar. Zweitens, Skandinavien und einige Teile Mitteleuropas stellen in Relation zur Eurozone reizvolle Wertchancen dar. Und drittens, die Zinsen bieten bei den niedrigen nominalen Renditen, die aktuell in den größten Industrienationen geboten werden, keinen großen Wert." 
 
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist in den USA im dritten Quartal um 2,5 Prozent gewachsen. Die USA befinden sich also nicht in einer Rezession. Außerdem konnte sich der Konsum trotz all der negativen Entwicklungen im Oktober relativ gut behaupten. Die Unternehmensgewinne sind unverändert stark. Auch wenn die Arbeitslosenquote noch einige Zeit hoch bleiben dürfte, prognostiziert das Templeton-Team dennoch keine groß angelegte zyklische Schrumpfung. 
 
Ermutigende Abkühlung
 
In Asien dagegen ist ein nachlassendes Wachstum eine positive Entwicklung. „Wir betrachten die Abkühlung als ermutigend, denn unserer Ansicht nach ist eine Überhitzung in Asien oder in Schwellenländern ein mögliches Risiko", erklärt Hasenstab. Die Kreditausweitung in China während der Finanzkrise könnte zwar zu Insolvenzen führen, aber „diese Kredite sind eine immense Antriebskraft für die Wirtschaft". Mit ihnen seinen viele erforderliche Investitionen in Infrastrukturprojekte finanziert worden. Zudem verfüge China über Devisenreserven in Höhe von 3 Billionen US-Dollar. Damit könnten die Banken rekapitalisiert werden, sollte es kurzfristig zu Problemen mit notleidenden Krediten kommen.
 
Europa durchlebt in den Augen von Hasenstab nach wie vor schwierige, aber besser werdende Bedingungen. „Eine Staatspleite Griechenlands würde nicht das globale System insgesamt betreffen und weder zu einem freiwilligen noch zu einem unfreiwilligen Ausstieg eines großen europäischen Landes aus der Währungsunion führen", ist Hasenstab überzeugt. „Institutionen wie die Europäische Zentralbank werden alles daran setzen, um einen Systemkollaps des Bankensystems zu verhindern".