Meldungen | Aktien, Studien & Umfragen
16.04.2012

Studie: Dividendenstrategien wirken gegen Inflation

Im historischen Vergleich konnten Dividendentitel sich besser gegen die Geldentwertung behaupten als der Gesamtmarkt, fanden die Experten von Allianz Global Inverstors heraus.


 

Martin Bruckner, CIO der Allianz Gruppe Österreich

Martin Bruckner, CIO der Allianz Gruppe Österreich

AGI

In der Vergangenheit haben die Staaten verschiedene Strategien verfolgt, um sich ihrer Schulden zu entledigen - etwa durch höhere Inflation oder Steuererhöhungen und Einsparungen. Eine aktuelle Studie von Allianz Global Investors zeigt, dass Dividendenaktien in einem Marktumfeld von Inflation und Deflation zu einer höheren Stabilität des Portfolios beitragen können.
"Hohe und nachhaltige Dividendenrenditen haben sich in der Vergangenheit immer wieder als Stabilitätsanker in einem schwierigen Marktumfeld erwiesen", kommentiert Martin Bruckner, Vorstand der Allianz Investmentbank und Chief Investment Officer der Allianz Gruppe in Österreich, die Ergebnisse der aktuellen Allianz Global Investors-Studie. Diese zeigt, dass vor allem in Krisenzeiten Anleger mit Dividendenaktien profitieren. Befanden sich die Renditen am Aktienmarkt insgesamt auf einem niedrigeren Niveau, zahlten sich Dividendeninvestments zumeist stärker aus als marktbreite Investments.
Die Studie untersuchte unter anderem den Erfolg einer Dividendenstrategie in Zeiten hoher Inflation. Vor den vergleichsweise moderaten Inflationsraten in den vergangenen dreißig Jahren war die Weltwirtschaft von den späten 1960ern bis in die frühen 1980er Jahre von sehr hohen Inflationsraten geprägt. Die Teuerungsrate stieg in Österreich beispielsweise im Jahr 1975 auf über 8% und in den USA sogar beinahe auf 15%. Die Dividendenstrategien schnitten im Gesamtzeitraum von 1967 bis 1982 besser ab als der breite Aktienmarkt oder Investments in festverzinsliche Anlagen: Mit einem realen Wertzuwachs von jährlich fast 4% konnten langfristig orientierte Anleger in einem inflationären Umfeld ihre Kaufkraft mit Dividendenstrategien nicht nur erhalten, sondern sogar steigern.


Dividendenstrategie als defensive Anlagestrategie


Ein weiterer Teil der Studie widmet sich dem Einfluss von nachhaltig überdurchschnittlichen Dividendenrenditen im Rahmen einer defensiven Anlagestrategie. Rückwirkend lässt sich aus dem Vergleich einer US-Dividendenstrategie mit dem US-Gesamtmarkt über 60 Jahre ableiten, dass solche Strategien sich durchschnittlich besser entwickelt haben als der Gesamtmarkt. Als Ursache identifiziert Bruckner die besonderen Eigenschaften der Titel: "Unternehmen mit den höchsten Dividendenrenditen stammen häufiger aus defensiven Sektoren wie Versorger, Energie oder Telekommunikation. In der Regel sind es große, etablierte Unternehmen mit soliden Bilanzen, die sich in schwierigen Marktphasen gut behaupten können."
Ein weiteres Ergebnis der Studie zeigt, dass sich hohe Dividendenzahlungen nicht negativ auf das Gewinnwachstum der Unternehmen auswirken. Für US-amerikanische Aktiengesellschaften zeige sich ein positiver statistischer Zusammenhang zwischen den Dividendenausschüttungen eines Jahres und dem Gewinnwachstum für die darauf folgenden ein, drei oder fünf Geschäftsjahre. Einen Grund dafür könnte die aus hohen Dividendenzahlungen folgende Disziplin bei der Auswahl zukünftiger Investments darstellen. "Überinvestitionen in unprofitable Projekte unterbleiben angesichts der verknappten Mittel. Dies führt letztlich in den meisten Fällen zu einer höheren Profitabilität und höherem Wachstum bei den Unternehmen", so Bruckner.
Für private Anleger heißt das: Gerade in dem derzeitigen von Unsicherheiten geprägten Marktumfeld dürften Dividendenstrategien ihre Stärken ausspielen. "Nicht nur, dass Aktien mit nachhaltig hohen Dividendenrenditen im aktuellen Niedrigzinsumfeld einen attraktiven 'Kupon' bieten, sondern ebenso wichtig ist: Sie können dem Portfolio eine gewisse Stabilität verleihen", so Bruckner abschließend.