Meldungen | Marktkommentar, Private Equity
09.09.2014

Sekundärmarkt für Beteiligungen gewinnt an Attraktivität

Jan Peters, Manager Private Equity Investments bei Aquila Capital, über die Entwicklungen bei den "Secondaries" und welche Rolle hier die Fonds spielen.

Jan Peters, Aquila Capital

Jan Peters, Aquila Capital

Foto: Aquila

Der sogenannte Secondaries-Markt hat sich erst im Laufe der letzten zehn Jahre zu einem echten Markt entwickelt. Auf ihm werden Beteiligungen an laufenden und für Investoren bereits geschlossenen Private-Equity-Fonds gehandelt. Inzwischen hat sich das jährliche Transaktionsvolumen auf dem Secondaries-Markt auf bis zu 30 Mrd. US-Dollar erhöht. Wir sehen dafür vorrangig zwei Gründe: Zum einen hat sich das eingeworbene Kapital für neue Private-Equity-Fonds mit jährlich bis zu 700 Mrd. US-Dollar seit der Jahrtausendwende deutlich erhöht. Zum anderen haben sich spezialisierte Secondaries-Fonds, die ausschließlich in laufende, geschlossene Private-Equity-Fonds investieren, etabliert. Ein großer Vorteil von Secondaries-Fonds ist dabei eine breite Streuung auf häufig über 200 Portfoliounternehmen. In der Folge haben von allen 160 in der Datenbank Preqin geführten Secondaries-Fonds 157 Produkte eine positive Rendite erzielt. Vor diesem Hintergrund betrachten auch viele institutionelle Investoren Secondaries als attraktive Investition. Secondaries-Fonds für institutionelle Investoren konnten in den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres bereits 15 Mrd. US-Dollar bei Investoren einwerben, womit die Branche auf dem Weg zu einem neuen Rekord ist.

Secondaries-Markt wächst mit dem Erstmarkt

Bis dato handelte es sich beim Secondaries-Markt um eine Nische mit einem jährlichen Volumen von in der Spitze nicht einmal zwei Milliarden US-Dollar globalem Transaktionsvolumen. Das Transaktionsvolumen auf einem Zweitmarkt ist dabei abhängig von der Größe des Erstmarktes. Zum Vergleich: Die Anzahl von Neuwagenzulassungen gibt in der Konsequenz das spätere Angebotspotenzial an Gebrauchtwagen vor. So auch auf dem Secondaries-Markt für Private Equity. Zwischen 1999 und 2001 konnten stark steigende Volumina durch neu aufgelegte Private-Equity-Fonds eingeworben werden, insbesondere auch in dem damals boomenden Segment der Venture-Capital-Fonds. Dadurch stieg das Transaktionsvolumen auf dem Secondaries-Markt ab 2003 stark an. In der Folgezeit begannen viele institutionelle Investoren mit milliardenschweren Private-Equity-Portfolios, den Secondaries-Markt immer häufiger für die Anpassung ihrer PE-Allokation zu nutzen. Zudem sind in den letzten Jahren Investoren wie z.B. Banken und Versicherungen aus regulatorischen Gründen zum Verkauf ihrer gesamten PE-Portfolios gezwungen worden. Während lange Zeit überwiegend underperformende Private-Equity-Fonds mit entsprechend hohen Preisabschlägen auf den Zeitwert (sog. Discounts) gehandelt wurden, können jetzt auch Anteile von Top-Fonds renommierter Private-Equity-Manager auf dem Secondaries-Markt erworben werden. Auch die aktuell von Aquila Capital angebotenen Private-Equity-Fonds Aquila Private EquityInvest I und II streben Investitionen am Secondaries-Markt an.