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31.10.2019

Risikoakzeptanz deutscher Immobilieninvestoren steigt

Der BrickVest-Investorenbarometer für das 3. Quartal zeigt einen gegenläufigen Trend zu den internationalen Investoren, die geringe oder moderate Risiken favorisieren. Großbritannien bleibt trotz rückläufigem Interesse beliebtester Zielmarkt.

Thomas Schneider, Mitgründer und CIO von BrickVest

Thomas Schneider, Mitgründer und CIO von BrickVest

Foto: BrickVest

Deutsche Immobilieninvestoren sind entgegen dem allgemeinen internationalen Trend bereit, höhere Risiken zu akzeptieren. Zugleich rechnen sie damit, dass der Immobilienanteil an den von ihnen verwalteten Vermögenswerten in den zwölf Monat auf nur noch 1,7 Prozent zurückgehen wird, während Investoren aus anderen Regionen von steigenden Immobilienanteilen ausgehen. Das ergibt sich aus dem aktuellen Immobilien-Investorenbarometer des Plattform-Anbieters BrickVest für das dritte Quartal 2019, das auf einer Onlineumfrage unter rund 6.000 internationalen professionellen BrickVest-Immobilieninvestoren basiert. Während insgesamt 32 Prozent beziehungsweise 49 Prozent der befragten Investoren angaben, aktuell Strategien mit geringen oder moderaten Risiken zu bevorzugen und nur 19 Prozent höhere Risiken akzeptieren, zeichnet sich unter den deutschen Investoren ein geradezu gegensätzliches Bild ab. Nur 15 Prozent von ihnen bevorzugen geringe und weitere 46 Prozent moderate Risiken. Dar Anteil derjenigen, die höhere Risiken akzeptieren, ist dagegen mit 38 Prozent unter deutschen Investoren doppelt so hoch wie unter allen Befragten insgesamt. Das schlägt sich auch in den Score-Werten für die Risikoakzeptanz nieder. Dieser ging insgesamt auf 44 zurück, während er sich unter deutschen Investoren auf 62 erhöhte.

UK und USA am beliebtesten

Hinsichtlich der von den Investoren bevorzugten Zielmärkte fällt auf, dass der britische Immobilienmarkt im Vorjahresvergleich zwar deutlich an Beliebtheit verloren hat und nur noch von 28 Prozent statt von 33 Prozent der Investoren favorisiert wird, gleichzeitig aber ungeachtet der anhaltenden Brexit-Unsicherheiten weiterhin der mit Abstand beliebteste Zielmarkt bleibt. An zweiter Stelle liegen inzwischen die USA, die von 22 Prozent der Befragten genannt wurden, dicht gefolgt von Deutschland mit nur noch von 21 Prozent. Auch hier zeigt sich allerdings ein erheblicher Unterschied zwischen den Präferenzen der Investoren aus Deutschland und aus anderen Ländern. Analysiert man die Antworten deutscher Befragter separat, dann bevorzugen nur noch 11 Prozent den britischen Markt – und damit so wenige wie aus keiner anderen Region –, während sich mit 53 Prozent mehr als die Hälfte auf den Heimatmarkt fokussiert. Französische und US-amerikanische Immobilien stehen jeweils für 16 Prozent der deutschen Investoren an erster Stelle. Generell ist ein steigendes Interesse an Märkten außerhalb von Großbritannien, Deutschland Frankreich und den USA zu beobachten.

Bei den von den Befragten genannten Investmentzielen dominiert insgesamt weiterhin das Wachstum des Kapitals (43 Prozent), gefolgt von der Erzielung von Erträgen (40 Prozent), während für neun Prozent der Befragten das Thema Liquidität im Vordergrund steht. Unter den deutschen Investoren ist fokussieren sich 47 Prozent auf Kapitalwachstum, während 37 Prozent das Erzielen von Erträgen priorisieren. „Die schon seit mehreren Quartalen zu verzeichnende Fokussierung deutscher Investoren auf ihren Heimatmarkt hat sich weiter verstärkt“, sagt Thomas Schneider, Mitgründer und CIO von BrickVest. „Angesichts des fortgeschrittenen Markzyklus‘ in Deutschland verlangt ihnen dies jedoch offensichtlich die Akzeptanz immer höherer Risiken ab. Die Erwartung sinkender Immobilienanteile in den Portfolios deutet allerdings daraufhin, dass die höheren Risiken auch zu einer Reduzierung des Immobilien-Exposures unter deutschen Institutionellen führen.“