Meldungen | Nachhaltige Investments
29.04.2015

Rendite mit Umweltinvestments

Die internationale Politik muss sich noch zu Beschränkungen des Energieverbrauchs und der weltweiten CO2-Emissionen durchringen. Technologie-Unternehmen haben schon die nötigen Lösungen entwickelt.

Moderne LED-Lampe

Moderne LED-Lampe

Foto: Wikimedia

Bevor das Jahr 2015 zu Ende geht, wird es im Dezember in der Klimapolitik noch einmal spannend. In Paris wird bei der UN-Klimakonferenz eine Nachfolge-Vereinbarung zum Kyoto-Protokoll verhandelt werden. Unter den großen Wirtschaftsnationen ist es mittlerweile Konsens, dass ambitionierte Maßnahmen notwendig sind, um eine Klimakatastrophe im 21. Jahrhundert zu verhindern. Die USA wollen ihren Schadstoffausstoß bis 2020 um 17% und bis 2025 um 28% senken, China will den Anteil sauberer Energien an seinem Energiemix bis 2030 zu verdoppeln. Die EU will den Ausstoß von Treibhausgasen auf Basis des Niveaus von 2005 bis zum Jahre 2050 um 80% bis 95% zu verringern.

Fondsgesellschaften sind schon dabei

Die Investmentbranche hat das Thema schon vor Jahren antizipiert. Der Umwelt-Fonds von Jupiter Investments wurde bereits in den 80er Jahren aufgelegt (siehe unser Interview), Nordea hat 2008 den Climate and Environment Equity Fund lanciert. „Nach den Ölkrisen der 1970er Jahre haben die nordischen Länder in großem Stil in erneuerbare Energien investiert und sind zum weltweit führenden Exporteur sauberer Energie geworden“, erklärt Karim Sayyad, Produktspezialist bei Nordea, zur prominenten Rolle der Nordlichter Norwegen, Schweden, Finnland und Dänemark. Die weltweiten Investitionen im Bereich CO2-freie Energie haben sich laut der internationalen Energieagentur IEA seit 2005 mehr als vervierfacht. Bei den Konsumenten und Konsumentinnen ist der Klimaschutz ebenfalls längst angekommen. Recycling, sparsame Kühlschränke, sanfte Mobilität und LED-Lampen sind keine Nischenthemen mehr. Beim Investieren sind die Quantitäten in dezidierten Nachhaltigkeits-Fonds noch eher bescheiden.

Nutznießer von Trends

Dabei heiß umweltfreundliches Anlegen nicht unbedingt weniger Rendite. Seite 2010 hat der Nordea-Fonds ein für einen Aktienfonds relativ konstantes Wachstum hingelegt und mehr als 70% gemacht. Dafür wurde er 2008 von der Krise kalt erwischt, was aber auch bei anderen vergleichbaren Fonds nicht ungewöhnlich war. „Wir konzentrieren uns ausschließlich auf die Nutznießer klimatechnischer und ökologischer Trends“, erklärt Sayyad den Ansatz. „Die Auswirkungen dieser Faktoren auf die Cashflows von Unternehmen sind vom Research bisher noch vernachlässigt worden und werden vom Markt deshalb momentan noch unterschätzt“. Die ausgewählten Unternehmen sollen zu weniger CO2-Ausstoß beitragen, die Produktivität von Ressourcen verbessern und gleichzeitig Luftverschmutzung, Abfall und Emissionen vermeiden. Dabei machen alternative Energien 10% aus, Ressourceneffizienz 75% und Umweltschutz 15%. Da es sich überwiegend um Technologie-Unternehmen handelt, ist es nicht verwunderlich, dass Mid- und Small-Caps aus Nordamerika den größten Teil ausmachen. Übergewichtet gegenüber dem MSCI World sind Unternehmen mit einem ESG-Rating bis BBB, wobei CCC-Unternehmen ausgeschlossen sind.