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22.11.2017

Professionelle Anleger werden anspruchsvoller bei Smart-Beta-ETFs

Die etwas smarteren ETFs werden inzwischen von einer überwiegenden Mehrheit der Profis genützt und für immer verfeinertere Anlagestrategien eingesetzt, ergab eine länderübergreidende Umfrage von Invesco PowerShares.

Mike Paul, Head of Invesco PowerShares EMEA

Mike Paul, Head of Invesco PowerShares EMEA

Foto: Invesco

Invesco PowerShares hat ausgehend von seiner neuesten Studie zu den Einflussfaktoren für die Nutzung von Smart Beta, den Herausforderungen in der Umsetzung auf Seiten der aktuellen Nutzer und den Erwartungen an die künftige Allokation einen Bericht mit dem Titel „Smart Beta-Strategien: Weitere Bausteine für den Portfolioaufbau“ veröffentlicht. Hierzu wurden Branchenexperten aus sechs europäischen Märkten befragt, darunter Portfoliomanager, Chief Investment Officers, Fondspicker und Fondsanalysten. Nur etwa jeder Fünfte der mehr als 430 Befragten aus Großbritannien, Deutschland, Italien, der Schweiz, den Niederlanden und Frankreich nutzt derzeit noch kein Smart Beta. Die Studie zeigt ganz deutlich, dass die Nutzung von Smart Beta-Anlagen in Europa zunimmt und dass die Strategien immer verfeinerter werden. „Das Leben eines professionellen Anlegers wird nicht einfacher. Die Anlagehorizonte der Kunden werden kürzer, Berichte zur Wertentwicklung des Portfolios häufiger und das Risikomanagement immer wichtiger in einer Welt, in der Renditen unsicher geworden sind.“, sagt Mike Paul, Head of Invesco PowerShares EMEA. Smart Beta sei zwar kein Allheilmittel, habe aber das Potenzial, bei großen, sich abzeichnenden Herausforderungen wie niedrigen Renditen und der Suche nach Ertragsquellen helfen zu können. „Diejenigen, die Smart Beta nutzen, erkennen diese Vorteile und erhöhen nicht nur ihre Allokationen, sondern werden auch immer anspruchsvoller je länger sie investiert sind“, so Paul.

Investments werden kurzfristiger

Mehr als drei Viertel der Befragten stehen unter dem Druck Portfolios zusammenstellen zu müssen, die innerhalb eines kürzeren Zeitraums hohe Renditen erzielen. Die Nachfrage nach monatlichen Berichten zur Wertentwicklung des Portfolios steigt ebenso. Professionelle Anleger nutzen immer häufiger Smart-Beta, um in dieser Marktumgebung die Ziele ihrer Kunden erreichen zu können. Gemäß der Studie bevorzugen diejenigen, die Smart Beta nutzen, immer verfeinertere Strategien. Mit der Dauer ihrer Anlagen steigt auch ihr Fachwissen. Sie werden kenntnisreicher und nutzen einen immer ausgefeilteren Investment-Ansatz. Dabei ist mit steigendem Fachwissen ein deutlicher Wechsel von einer traditionellen, anlagenbasierten Allokation zu einer risikobasierteren Allokation zu beobachten. Dabei ist die Entscheidung, Smart Beta-Strategien zu nutzen, vorrangig proaktiv und basiert auf Überzeugung und dem Wunsch nach Diversifizierung. Beide Faktoren wurden von fast der Hälfte aller Nutzer genannt. Mit dem steigenden Fachwissen der Anleger wird die Bedeutung der eigenen Überzeugungen bei der Entscheidungsfindung immer wichtiger, wohingegen der Wunsch nach Diversifizierung weniger Bedeutung hat.

Die Strategien ändern sich

Mit Blick auf professionelle Anleger aus dem Retail-Bereich erleben Momentum-, Quality- und Multi-Faktor-Strategien einen Boom. Sie wurden 2017 zwei Mal so häufig genutzt wie noch 2016. Smart Beta wird besonders bei Aktienanlagen genutzt. Die Nachfrage nach Fixed Income-Produkten (festverzinslichen Smart Beta-Startegien) ist jedoch hoch. Mehr als die Hälfte aller institutionellen Anleger würde eine Allokation in Fixed Income Smart-Beta-Strategien in Betracht ziehen. Die Zukunftsaussichten sind positiv und die Zufriedenheit der Nutzer extrem hoch. Etwa 97 % der Nutzer berichten, dass Smart Beta-Allokationenderen Erwartungen erfüllen oder diese sogar übertreffen. Drei von vier Befragten planen eine Erhöhung ihrer Allokationen. Sogar noch mehr würden Smart-Beta ihren Kollegen empfehlen. Wenngleich Smart-Beta immer häufiger genutzt wird, so ist die Skepsis bei den Nicht-Nutzern noch tief verwurzelt. Mehr als die Hälfte von ihnen geben an, dass ihr Zögern durch einen festen Glauben an das aktive Management begründet ist. „Die Nutzer von Smart-Beta sind zwar sehr zufrieden mit ihren Anlageerfahrungen im Smart Beta-Bereich und beabsichtigen ihre Allokationen in Zukunft noch zu erhöhen. Sie haben aber auch hohe Erwartungen. Damit diese Erwartungen nicht enttäuscht werden, muss mehr Aufmerksamkeit auf die weitere Ausbildung, weitere Produktinnovation und den Aufbau von Partnerschaften mit Fondsanbietern gerichtet werden, insbesondere im Bereich der festverzinslichen Anlagen“, lautet Mike Pauls Fazit.