Meldungen | Emerging Markets, Marktkommentar
05.11.2012

"Osteuropa trotzt der Eurokrise"

Die Aktien in den Ländern östlich der Eurozone seien stark unterbewertet, meint Allan Conway, Leiter Schwellenländeraktien bei Schroders.

Die Aktienmärkte Osteuropas trotzen weiterhin der Krise im Euroraum. In den vergangenen drei Jahren konnte der MSCI Emerging Europe 10/40 Net (TR) Index, der die Anlagemärkte der europäischen Schwellenländer am besten darstellt, seinen Wert um 9,77% pro Jahr (per 29.09.2012) steigern. Dementsprechend hat die Region den Anlegern insgesamt gute Renditen beschert – und das obwohl einige der kleinen Märkte wie Ungarn, Polen und die Tschechische Republik (die zusammen etwa 23% des Index ausmachen) geografisch relativ nah am Euroraum liegen. Die Region Emerging Europe hat in den vergangenen drei Jahren auf einer breiteren Ebene sogar die globalen Schwellenländer in den Schatten gestellt.

 

Bei Schroders umfassen die europäischen Schwellenländer mehr als nur Osteuropa. Sie schließen Russland, die Türkei und Ägypten und sogar einige der Frontier Markets, also Schwellenländer der zweiten Reihe, wie Kasachstan und Georgien, ein. Durch diese Streuung konnte der Schroder ISF Emerging Europe Fonds ungeachtet der mitunter schwierigen weltweiten Marktbedingungen kontinuierlich eine gute Rendite erwirtschaften – sowohl auf relativer wie auf absoluter Basis.

 

Ich schätze die Aussichten für Aktien aus europäischen Schwellenländern als attraktiv ein. Die Bewertungen liegen derzeit bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von rund 6,5 und werden damit mit einem Abschlag von 60% gegenüber den globalen Schwellenländern gehandelt. Die Bilanzen der Staaten, Unternehmen und privaten Haushalte sowie die Finanzlage der Länder sind generell gut, besonders im Vergleich zu den Industriestaaten. Auf Länderbasis halten wir die Türkei für attraktiv, aber auch Länder wie Ägypten, Kasachstan und Georgien bleiben wegen aktienspezifischer Gründe interessant.