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28.05.2015

Liberalisierung lässt chinesische A-Aktien abheben

Der MSCI China A Index hat nur innerhalb eines Jahres mehr als 150% Performance gemacht. Mehrere Faktoren werden diesen Trend weiter unterstützen, meint Howie Li von Canvas, der White Label ETF-Plattform von ETF Securities.

Howie Li, Co-Head Canvas

Howie Li, Co-Head Canvas

Foto: ETF Securities

Bis vor kurzem hatten Investoren nur sehr begrenzte Zugangsmöglichkeiten zum chinesischen Inlands-Aktienmarkt. Die meisten Anleger konnten nur in chinesische Aktien investieren, die a n Börsenplätzen außerhalb von China gelistet sind, wie etwa an den Börsen in Hongkong oder New York. Im Vergleich zu Europa oder den USA blieben die Kurse an den chinesischen Börsen lange Zeit im Hintertreffen. 2014 hat sich hier viel verändert und der Zufluss an Kapital hat für einen Boom der Festlandaktien (A-Aktien) gesorgt, die ihren Aufwärtstrend auch in diesem Jahr fortsetzten. Diese Entwicklung geht vor allem auf die fortschreitende Liberalisierung des Finanzmarktes, die expansive Geldpolitik der Zentralbank und die hohe Nachfrage der Investoren zurück. „2013 hat die chinesische Regierung beschlossen, ihre Wirtschaftsreformen zu beschleunigen und die Liberalisierung der Finanzmärkte voranzutreiben. Die Fortschritte machen sich nun auf dem Markt für chinesische A-Aktien bemerkbar“, erklärt Howie Li, Co-Head von Canvas, der White Label ETF-Plattform von ETF Securities. „Gemessen an der Größe und Bedeutung seiner Wirtschaft ist China noch vergleichsweise wenig präsent in den wichtigsten globalen Aktienindizes. Deshalb wird das Land auch in den meisten Portfolios untergewichtet“.

Aufwertung für den Renminbi

Um einen kostengünstigen Zugang zum chinesischen A-Aktienmarkt zu bieten, haben ETF Securities und E Fund Management vor genau einem Jahr einen ETF auf A-Aktien aufgelegt. Er bildete als als Erster weltweit den MSCI China A Index ab. Der Fonds hat seit der Auflage seinen Nettoinventarwert in Euro um 152,2% gesteigert. „Mehrere marktunabhängige Entwicklungen werden chinesische Festlandaktien und die Rolle Chinas in der Weltwirtschaft in diesem Jahr voraussichtlich weiter unterstützen“, schätzt Li. „Beispielsweise erwägt der Indexanbieter MSCI, chinesische A-Aktien im Juni in den Emerging Markets Index aufzunehmen. Diese Maßnahme wird durch die geplante Vernetzung der Börsen in Shenzhen und Hongkong noch wahrscheinlicher, die das bereits bestehende Handelsnetzwerk Shanghai-Hong Kong ergänzen wird.“ Darüber hinaus überprüfe der Internationale Währungsfonds (IWF) im kommenden Herbst den Währungskorb für das Sonderziehungsrecht. Die chinesische Währung Renminbi wird dann möglicherweise als Reservewährung aufgenommen und würde damit die weitere Liberalisierung des Währungsmarktes beschleunigen. Eine Einbeziehung würde zudem die chinesische Währung im internationalen Handels- und Finanzsystem aufwerten.