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19.12.2014

"Internet of Things" wird die nächste große Welle

Vernetzung und Kommunikation internetfähiger Geräte habe enormes Marktpotenzial und sei eine Chance für Technologieinvestoren, meint Adam Lessing, Head of Austria and Eastern Europe bei Fidelity.

Adam Lessing, Head of Austria and CEE Fidelity

Adam Lessing, Head of Austria and CEE Fidelity

Foto: Fidelity

Die technologische Entwicklung schreitet rasant voran. Die Phase des mobilen Internets ist zwar noch in vollem Gange, doch vorausschauende Investoren fragen sich bereits, was als nächstes kommt. Wir erwarten, dass das sogenannte "Internet of Things" die nächste große Welle sein wird, die erheblichen Einfluss auf unseren Alltag haben wird. Dabei werden Geräte und Maschinen intelligent vernetzt und können über das Internet untereinander Informationen austauschen und verarbeiten.

Diese Vernetzung und Kommunikation internetfähiger Geräte - von Fabrikmaschinen bis zum Kühlschrank zuhause - hat ein gewaltiges Potenzial. Das Researchunternehmen Gartner erwartet, dass die Zahl der Geräte, die mit dem Internet verbunden sind, von aktuell 3,7 Milliarden auf 4,9 Milliarden im kommenden Jahr anwachsen wird. Bis 2020 werden es schätzungsweise sogar 25 Milliarden vernetzte "Dinge" sein. Unterstützt wird die Entwicklung durch sinkende Hardware-Preise, steigende globale Vernetzung, wachsende Computerkapazitäten und Cloud Computing. Wichtigster Treiber dürfte aber die enorme Ausbreitung internetfähiger Smartphones sein sowie die Bereitschaft der Menschen, ständig erreichbar zu sein. Die meisten Smartphones heutzutage sind Mini-Computer, die deutlich leistungsstärker sind, als es der durchschnittliche PC vor einem Jahrzehnt war.

Zu den Profiteuren des "Internet of Things" zählen zum einen natürlich Unternehmen, die die erforderliche Hardware herstellen, beispielsweise die MEMS-Sensoren (micro-electronic mechanical systems), die wichtige Bausteine des "Internet of Things" sind. Zum anderen sind aber vor allem Firmen Nutznießer, die dank spezieller Anwendungen und innovativer Entwicklungen in ihrer jeweiligen Branche Vorteile gegenüber den Wettbewerbern haben.

Von Gentechnik zum "Internet of Things"

Ein Beispiel dafür ist Monsanto. Das Unternehmen ist das weltweit führende Agrar- und Biotechnologieunternehmen. Bekannt wurde Monsanto durch die Erzeugung gentechnisch veränderten Saatgutes. Mittlerweile aber versucht der Konzern, unter anderem mit Hilfe der Übernahme der auf Klimadaten spezialisierten US-Firma Climate Corp sowie der firmeneigenen Datenplattform FieldScripts, Landwirte technisch zu unterstützen, die Produktivität durch die Vernetzung verschiedenster Systeme und Maschinen entscheidend zu erhöhen. Monsanto ist somit hervorragend positioniert, von den Vorteilen des "Internet of Things" zu profitieren.

General Electric (GE) halten wir ebenfalls für aussichtsreich. GE spielt eine führende Rolle beim sogenannten "Industrial Internet", also der Interaktion zwischen dem "Internet of Things" und der Industrie. Hier hat das Unternehmen bereits hohe Investitionen getätigt und ist deshalb gut aufgestellt. Die Prozessoptimierung und die damit verbundene signifikante Kostenersparnis könnten für die Industrie nach Schätzungen von GE rund 226 Milliarden US-Dollar über 15 Jahre betragen. Ein weiteres Beispiel ist Samsung. Der koreanische Konzern ist nicht nur einer der führenden Smartphone-Hersteller, sondern auch konkurrenzlos in der Vielfalt seiner Technikprodukte einschließlich Kühlschränken, Waschmaschinen oder DVD-Playern. Das Unternehmen hat zudem die erste Waschmaschine mit WLAN-Zugang entwickelt. Samsung ist somit führend bei der Entwicklung von "smart devices", die sich miteinander vernetzen lassen und damit den technologischen Fortschritt deutlich vorantreiben.

 

Das alles zeigt: Die nächste große technologische Welle wird nicht lange auf sich warten lassen. Die clevere Vernetzung von Produkten bietet Anlegern attraktive Investmentchancen. Favorisieren sollten sie dabei "First Mover", also Unternehmen, die sich diesen Trend als erste zu eigen machen und sich vom Wettbewerb abheben. Der Marktanteil solcher Firmen dürfte rasant wachsen.