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16.02.2012

Im Rentenalter fehlen monatlich 600 Euro

Die Bürger erwarten für sich selbst eine Rentenlücke von im Schnitt 600 Euro. Doch trotz der verbreiteten Gewissheit, sich ohne zusätzliche Altersvorsorge später deutlich einschränken zu müssen, handeln die Menschen nicht danach: Ausgaben für Produkte der Altersvorsorge erfreuen sich keiner großen Beliebtheit. Nur 24 Prozent der Befragten sind bereit, einiges für die Altersvorsorge auszugeben. Damit rangiert die Altersvorsorge weit abgeschlagen auf Platz zehn der abgefragten Ausgaben. Zu diesen ernüchternden Ergebnissen kommt eine repräsentative Befragung des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).  

Renate Köcher, Institut für Demoskopie Allensbach

Renate Köcher, Institut für Demoskopie Allensbach

Institut-Geschäftsführerin Prof. Renate Köcher dazu: „Die Krise in der Euro-Zone führt dazu, dass die Bürger immer weniger das Gefühl haben, langfristig verlässlich planen und sparen zu können. Dieser Eindruck stimuliert eher den kurzfristigen Konsum als die langfristige Vorsorge. In der Konkurrenz mit Hobbys, Reisen oder Ausgaben für die eigene Wohnung wird die Altersvorsorge oft zurückgestuft.”

 

Umfassende Informationsplattform soll Bürger zur Vorsorge motivieren

 

Für das gerade begonnene Jahr ist keine Trendwende in Sicht: Nur 15 Prozent der Bürger planen in 2012 mehr Geld für die private Altersvorsorge auszugeben. Besonders jüngeren und einkommensschwachen Personen fällt es oft schwer dafür überhaupt etwas zu sparen. Wichtigstes Kriterium bei der Altersvorsorge ist für die Deutschen die Sicherheit. „Rendite ist bei der Altersvorsorge zweitrangig. Nur eine Minderheit hat konkrete Renditeerwartungen, die sich im Durchschnitt bei gut drei Prozent bewegen“, sagt Köcher. Nach Einschätzung des GDV zeigen die Umfrageergebnisse, dass den Menschen die Bedeutung zusätzlicher Altersvorsorge durchaus bewusst sei. Je früher deren Aufbau begonnen werde, umso niedriger sei der dafür aufzuwendende Betrag. „Wer zehn Jahre früher mit der Altersvorsorge beginnt, verringert seine Belastung deutlich, je nach Situation um 30 bis 50 Prozent. Deshalb ist es so wichtig, vor allem die junge Generation rechtzeitig zum Sparen für ihre Altersvorsorge zu motivieren“, betont Maximilian Zimmerer, Vorsitzende des GDV-Hauptausschusses Lebensversicherung. Wichtige Voraussetzungen dafür sind transparente Informationen über die künftigen Rentenleistungen. Deshalb plädiert der Branchenverband für die Einführung einer Informationsplattform. Auf diese Weise soll jeder Bürger per Mausklick die Möglichkeit erhalten, den Stand seiner gesetzlichen, betrieblichen und privaten Altersvorsorgeansprüche auf einen Blick zu erfahren.