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13.03.2012

Gesunde Unternehmen, niedrige Preise

Zwei Fondsmanager von Morgan Stanley Investment Management waren kürzlich in Wien und erklärten, warum Europa nichts an Reiz verloren hat.

Jonathan Day, Morgan Stanley

Jonathan Day, Morgan Stanley

Die Investment-Sparte des US-Bankhauses Morgan Stanley will heuer in Deutschland und Österreich wieder mehr Präsenz zeigen. „In den letzten Monaten haben wir den Vertrieb neu aufgestellt. Wir haben viel verändert und neue Sales Manager geholt“, sagt Björn Bahlmann, Vice President und Vertriebsleiter der Morgan-Stanley-Tochter in Frankfurt, „In Deutschland und Österreich war das eines der besten Jahre die wir hatten“. Da war der Fonds-Kongress vorige Woche ein willkommener Anlass für die Fondsmanager des European Equity Alpha Fund Wien einen Besuch abzustatten und ihre Markteinschätzungen darzulegen. „Viele sagen wegen der Staatsschulden Europa ist nicht investitionswürdig. Aber insbesondere große Unternehmen tendieren nicht dazu, die wirtschaftliche Situation Europas widerzuspiegeln“, sagt Fondsmanager Jonathan Day, „Große europäische Konzerne operieren geografisch diversifiziert. Mehr als ein Drittel des Umsatzes machen die europäischen Unternehmen im Schnitt außerhalb ihres Heimmarktes. Mitte der 90er Jahre waren das noch 22%.“ Zudem seien ihre Finanzen gesund und die Aktien gerade unterbewertet.

Im Fonds finden sich daher nicht zufällig große Namen wie Nestlé, Royal Dutch Shell, Vodafone, HSBC und British Petroleum zu finden. Bei den Sektoren hat der Fonds eine Übergewichtung bei Konsumgütern, Industrieunternehmen und dem Gesundheitssektor. Den Fondsmanagern geht es dabei um ein limitiertes Risiko nach unten ein stabile Performance. „Zugegeben, das will jeder, aber wir halten uns zu Gute, dass wir die Unternehmen sehr genau analysieren, uns mehrmals im Jahr mit dem Management treffen und auch mit verschiedenen wirtschaftlichen Szenarien kalkulieren“, meint Jonathan Day.

Für die Anleger sehen die Ergebnisse gemischt aus. Mit einem Tracking Error von 3% bis 6% (derzeit rund 4%) blieb der Fonds mit gedämpfter Volatilität recht nahe am Benchmark-Index MSCI Europe. Das heißt auch, dass er das Auf und Ab seit Anfang der 90er Jahre mitgemacht hat und dass der Zeitpunkt des Einstiegs in den letzten zehn Jahren wesentlich gewesen ist. Seit 2002 konnte man immerhin noch 1,5% p.a. verbuchen, seit 2007 -3%, dafür seit 2009 wieder 13,3%.