Meldungen | Marktkommentar
22.10.2019

F├╝nf Merkmale einer guten Crowdinvesting-Plattform

Andreas Zederbauer, Mitgründer und Geschäftsführer der derzeit größten österreichischen Crowdinvesting-Plattform dagobertinvest, gibt künftigen Kleinanlegern eine Checkliste mit auf dem Weg.

Andreas Zederbauer, Geschäftsführer dagobertinvest

Andreas Zederbauer, Geschäftsführer dagobertinvest

Foto: dagobertinvest

Check I – Frequenz

Nimmt man eine Crowdinvesting-Plattform näher unter die Lupe, lohnt es sich zu überprüfen, wie aktiv diese in der jüngeren Vergangenheit war, also wie viele Projekte zuletzt gestartet wurden. Denn reger „Traffic“ ist nicht nur ein Indiz dafür, dass die Plattform offenbar bei Wirtschaftstreibenden für Finanzierungen gefragt ist, sondern erleichtert den Investoren auch die Diversifikation. Ein ganz entscheidender Punkt: Wie bei jeder Form der Geldanlage ist auch beim Crowdinvesting Risikominimierung durch Streuung angesagt. Daher empfehlen wir jedem Kunden, der beispielsweise 3.000 Euro bei uns investieren möchte, diese Summe auf sechs Projekte aufzuteilen statt alles auf eine Karte zu setzen. Wir stellen mittlerweile wöchentlich ein bis zwei neue Projekte online.

Check II – Verzinsung und Laufzeit

Mit ihren Investments geht die Crowd ein bestimmtes Risiko ein und will dafür mit einem attraktiven Zinssatz belohnt werden. Daher ist es nicht nur das gute Recht, sondern fast schon ein Muss für jeden Investor, sich genau anzusehen, welche Plattformen und Projekte die höchsten Erträge in Aussicht stellen. Bei dagobertinvest beträgt der durchschnittliche Zinssatz, über die rund 100 Projekte gerechnet, beispielsweise 6,97% p.a. Schlanke Strukturen sorgen dafür, dass höhere Zinsen für die Crowd drinnen sind. Bei der Entscheidung für oder gegen eine Plattform beziehungsweise ein Projekt sollte neben dem angebotenen Zinssatz aber auch noch die Laufzeit beachtet werden. Eine relativ lange Laufzeit bedeutet immer auch, dass länger etwas schief gehen kann. Dieses Risiko tragen die Investoren. Bei dagobertinvest beträgt die Laufzeit in der Regel maximal zweieinhalb Jahre.

Check III – Kundenservice

Crowdinvesting ist ein Online-Business und im Gegensatz zu manch anderen Anlageformen entstehen beim Investieren keinerlei Kosten wie Servicegebühren oder Honorare. Was aber nicht heißt, dass Plattformen die persönliche Betreuung deswegen als obsolet erachten sollten. Ein weiteres wichtiges Qualitätsmerkmal ist daher, wie gut Investoren oder Interessenten die Anbieter mit Fragen und Anliegen erreichen können – sowohl online als auch offline. Wer den Anspruch hat, nicht nur Digital Natives, sondern die breite Masse zu erreichen, sollte dem auch bei seinem Kundenservice Rechnung tragen. Kunden dürfen sich von einer Crowdinvesting-Plattform erwarten, dass man sie entweder gleich telefonisch erreicht oder zeitnah und verlässlich einen Rückruf erhält. Auch der spontane persönliche Besuch eines Kunden im Büro sollte einen Anbieter nicht vor unlösbare Probleme stellen.

Check IV – Nicht ohne Bank

Für viele Unternehmen stellt Crowdinvesting mittlerweile eine attraktive Finanzierungssäule dar, um ihre Vorhaben realisieren oder beschleunigen zu können – es sollte aber nicht die einzige sein. Crowdinvesting ist also in der Lage einen wichtigen Baustein zu liefern, der jedoch nie als Ersatz einer klassischen Finanzierungsstruktur fungieren kann. Stellt sich das anders dar oder geht aus den Unterlagen nicht klar hervor, sollten Investoren im Vorfeld jedenfalls hellhörig werden. „Ein guter Richtwert ist, dass rund 70 Prozent des notwendigen Kapitals von den Geschäftsbanken finanziert wird. Die restlichen rund 30 Prozent Eigenmittel verteilen sich dann auf Eigenkapital sowie Crowdkapital.

Check V – Projekt-Monitoring

Unterm Strich zählt für die Investoren letztlich, dass sie das eingesetzte Kapital plus Zinsen erhalten. Doch auch während der Laufzeit sollte der Informationsfluss stets passen und die Crowd auf dem Laufenden gehalten werden. Das gilt sowohl für den Fall, dass alles gut und planmäßig verläuft, aber erst recht dann, wenn es bei einem Projekt zu Verzögerungen kommt. Die Plattformen sind also gefordert, sowohl ein funktionierendes Projekt-Monitoring auf die Beine zu stellen, als auch etwaige Probleme sauber und klar an die Investoren zu kommunizieren. Wer unerfreuliche Nachrichten verschleiert oder ewig zurückhält, gewinnt dadurch nichts sondern verspielt maximal rasch das Vertrauen seiner Kunden. Umgekehrt kann transparentes Krisenmanagement die Bindung einer Crowdinvesting-Plattform zu ihren Kunden stärken.