Meldungen | Altersvorsorge
29.08.2013

Frauen im Rückstand bei der Altersvorsorge

Eine Umfrage im Auftrag des GDV zeigt, dass die traditionellen Geschlechterrollen sich in Deutschland noch immer auf die Altersabsicherung auswirken. Zum Nachteil der Frauen.

Die 30- bis 59-Jährigen sind zwar zufrieden mit ihrer derzeitigen wirtschaftlichen Situation, aber was die Zukunft angeht ist man schon pessimistischer. Dieses Bild zeichnet eine Umfrage des Allensbacher Instituts für Demoskopie (IfD) für den Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Viele wissen, dass sie mehr fürs Alter tun müssten, nur das „Wie viel“ wird häufig falsch eingeschätzt. Vor allem Frauen machen sich große Sorgen, dass sie später nicht genug Geld zum Leben haben: „Unsere Untersuchung zeigt, dass Frauen nach wie vor deutlich im Rückstand sind, wenn es um die finanzielle Absicherung ihres Lebensabends geht“, sagt IfD-Geschäftsführerin Renate Köcher. Der Grund sei nicht zuletzt die festgefügte Rollenverteilung. „Der Berufsausstieg ist in Deutschland weiblich“, konstatiert Köcher. Noch immer seien es vor allem Frauen, die für die Familie und damit zulasten ihres späteren Rentenniveaus im Beruf zurücksteckten (52%), während bei Vätern dieser Anteil lediglich bei 9% liege.

Nach Ansicht von GDV-Präsident Alexander Erdland könnte die Folge für die Altersvorsorge gelindert werden, wenn die Nachzahlung beitragsfreier Zeit – anders als bisher – steuerlich so behandelt würde wie durchgehendes Sparen. „Wenn jemand diese Lücke ausgleichen will, sollte er nicht schlechter gestellt werden als derjenige, der durchgehend einbezahlt hat“, fordert Erdland. Wie aus der Untersuchung weiter hervorgeht, verlässt sich die deutliche Mehrheit auf die Familie. 61% der Befragten halten die Berufstätigkeit eines Partners für einen wichtigen Baustein der Altersvorsorge. Ein Doppelverdiener-Modell, das auch der Frau finanzielle Spielräume zur Altersabsicherung eröffnen würde, hält dagegen nur knapp die Hälfte (47%) der Generation Mitte für die richtige Strategie.

Frauen besser beraten

„Elementar für den Erhalt des Lebensstandards im Alter ist ein eigenes, langfristiges Erwerbseinkommen – das gilt ganz besonders für Frauen“, kommentiert der GDV-Präsident die Studienergebnisse. Bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie eine frühzeitige Heranführung von jungen Menschen an das Thema Finanzen seien zentrale Ansatzpunkte. „Wir als Versicherungsbranche müssen Frauen mit ihren Anliegen noch besser abholen und beraten“, sagt Erdland. Er spricht sich angesichts der Tatsache, dass die aktuelle Scheidungsquote in Deutschland bei rund 50% liegt, außerdem dafür aus, dass Männer und Frauen unabhängig voneinander für ihr Alter vorsorgen: „Gute Altersvorsorge darf nicht allein davon abhängen, ob eine Ehe ein Leben lang hält oder nicht. Frauen dürfen nicht mit Altersarmut dafür bestraft werden, dass sie zugunsten der Kindererziehung auf ihre Karriere verzichten.“