Meldungen | Volkswirtschaft
30.07.2021

Fortschritte bei der wirtschaftlichen Erholung

Christian Scherrmann, US-Volkswirt bei der DWS, kommentiert die US-Notenbanksitzung vom 28. Juli.

Christian Scherrmann, DWS

Christian Scherrmann, DWS

DWS

Wie erwartet änderte die U.S. Notenbank (Fed) die Geldpolitik zwar nicht, betont Christian Scherrmann, US-Volkswirt bei der DWS. Wohl aber setzte sie erste Signale, dass man sich langsam den doch hoch gesteckten Zielen annähern würde. „Die Wirtschaft hat Fortschritte gemacht“, so das offizielle Statement. Es kann also davon ausgegangen werden, dass die Reduktion der Anleiheankäufe auf der Juli-Sitzung höchstwahrscheinlich sehr intensiv diskutiert worden ist. Jedoch bleibt diese Diskussion vorerst Theorie. Aus früheren Äußerungen verschiedener Notenbanker wissen wir bereits, dass es unter den Notenbankern zwar unterschiedliche Ansichten gibt, wie man vorgehen möchte.

Die meisten von ihnen teilen jedoch zumindest die Ansicht, dass es „einige Sitzungen" brauchen wird, um die Sache abschließend zu klären. Die Fed hat es anscheinend nicht eilig und einige Unsicherheiten bestehen ja nach wie vor. Die volkswirtschaftlichen Daten sind noch immer verzerrt und die Wirtschaft hat sich auch noch nicht „vollständig erholt", wie es in der offiziellen Erklärung weiter heißt. Auch beim sensiblen Thema Inflation hält die Fed ihren Kurs. "Größtenteils vorübergehend" ist wahrscheinlich die neue Umschreibung für etwas höhere Inflationsraten für den Rest des Jahres - etwas, das die Notenbanker zwar nicht kalt lässt, jedoch auch keine übereilten Maßnahmen erfordert. Manchmal braucht es eben nur eine ruhige Hand.

Insgesamt kann die Juli-Sitzung als ein weiterer Schritt in Richtung eines geldpolitischen Wendepunkts betrachtet werden. Der nächste Schritt wird höchstwahrscheinlich darin bestehen, genau zu erklären, was ein „ausreichender weiterer Fortschritt" überhaupt ist. Näheres wird man vermutlich beim Jackson Hole Economic Symposium in einigen Wochen erfahren.