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01.12.2011

Finanzwissen: Kaum Unterschiede zwischen Männern und Frauen

Wer fühlt sich beim Thema „Geldanlage und Finanzen“ besser informiert? Männer oder Frauen? Jung oder alt? Ostdeutsche oder Westdeutsche? Eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsunternehmens Forsa im Auftrag der Börse Stuttgart zeigt: Anders als in der Öffentlichkeit gemeinhin angenommen, gibt es kaum geschlechterspezifische Unterschiede. Während sich die Hälfte der Männer beim Thema „Geldanlage und Finanzen“ gut informiert fühlt, sind es bei den Frauen 43 Prozent.

Christoph Lammersdorf, Vorsitzender der Geschäftsführung der Boerse Stuttgart

Christoph Lammersdorf, Vorsitzender der Geschäftsführung der Boerse Stuttgart

Nur jeder zweite Deutsche stuft sich beim Thema „Geldanlage und Finanzen“ selbst als gut informiert ein – und das, obwohl mehr als zwei Drittel der Bundesbürger Finanzkenntnissen eine hohe Bedeutung beimessen.

 

Ostdeutsche fühlen sich schlecht informiert

 

Regionale Unterschiede gibt es insbesondere im Ost-West-Vergleich. Bürger aus Ostdeutschland fühlen sich deutlich schlechter informiert. Während 49 Prozent der Westdeutschen angaben, rund um „Geldanlagen und Finanzen“ gut informiert zu sein, waren dies in Ostdeutschland nur 34 Prozent.

 

Altersunabhängig

 

Eine weitere Erkenntnis der Umfrage: Eine Abhängigkeit des Finanzwissens vom Alter gibt es in ganz Deutschland offensichtlich nicht. 46 Prozent der jungen Menschen im Alter von 18 bis 29 Jahren schätzen ihr Finanzwissen als sehr gut ein – ein ähnlicher Wert wie in allen übrigen Altersklassen.

 

Laut Umfrage ist über die Hälfte der Deutschen aktuell im Besitz von Fonds, Aktien oder festverzinslichen Wertpapieren. Bei künftigen Investitionen sind die Bundesbürger jedoch vorsichtig. 85 Prozent der Deutschen, denen ein Betrag von 10.000 Euro zur Verfügung stünde, würden diesen derzeit auf ein Tagesgeldkonto legen oder in Gold investieren. Nur 8 Prozent würden jetzt dafür Aktien kaufen. Interessant dabei: Während 16 Prozent der 18- bis 29-jährigen in Aktien investieren würden, sind es in der Altersgruppe der über 60-jährigen nur 6 Prozent.

 

"Die Umfrageergebnisse spiegeln die Verunsicherung der Anleger durch die Staatsschuldenkrise deutlich wider", erläutert Christoph Lammersdorf, Vorsitzender der Geschäftsführung der Boerse Stuttgart Holding GmbH. Dass man Finanzprodukte verstehen solle, bevor man sie kauft, hält Lammersdorf gerade in Krisenzeiten für das wichtigste Gebot. "Nur gut informierte Anleger können Investmententscheidungen treffen, die zu ihnen passen", sagt Lammersdorf.