Meldungen | Finanzdienstleister, Nachhaltige Investments
24.10.2012

Finanzsektor f├╝r Green Economy gewinnen

Laut Berechnungen der Vereinten Nationen sind jährlich zwei Prozent des weltweiten Bruttoinlandsproduktes (BIP) für eine Transformation der Wirtschaft nötig.Dies gelingt nur durch erhebliche Investitionen bspw. in ressourceneffiziente Technologien und Infrastrukturprojekte. Auf der internationalen Nachhaltigkeitskonferenz SusCon, die vom 27. bis 28. November 2012 in Bonn stattfinden wird, sollen hierfür konkrete Maßnahmen erarbeitet werden. Die Eröffnungsrede wird Dr. Auma Obama halten, die Schwester des amtierenden US-Präsidenten Barack Obama.

Dr. Auma Obama, Schwester des amtierenden US-Präsidenten.

Dr. Auma Obama, Schwester des amtierenden US-Präsidenten.

Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) hat schon im Jahr 2003 eine globale Partnerschaft mit dem privaten Finanzsektor gestartet. Über 200 Finanzinstitute aus der globalen Banken-, Versicherungs- und Investmentbranche sind Mitglieder der Finanzinitiative (UNEP-FI). Ihr Ziel ist es, Umweltschutz und Nachhaltigkeit in die Dienstleistungen des Finanzsektors zu integrieren und private Investitionen in grüne Technologien zu fördern. Gemäß dem „Green Economy Report“ des UNEPsind bis 2050 jährlich Investitionen vonzwei Prozent des weltweiten, jährlichen Bruttoinlandsproduktes (BIP) nötig, um den grundlegenden Übergang zu einer grünen, also auf Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung basierenden Wirtschaft zu ermöglichen.

 

Finanzdienstleister als Katalysatoren des Wandels

 

Die Green Economy lässt sich nicht ohne erhebliche Investitionen in ressourceneffiziente Technologien, Infrastrukturprojekte, neue Mobilitäts- und Energieversorgungskonzepte, Bildung und Forschung umsetzen. Finanzdienstleister wie Banken, Beteiligungsgesellschaften oder Versicherungsunternehmen spielen dabei eine entscheidende Rolle: Sie verfügen über die nötigen finanziellen Ressourcen und entscheiden darüber, ob Kapitalströme in nachhaltige Projekte fließen. „Eine erfolgreiche Green Economy braucht Finanzdienstleister, die neben der Rendite auch den sozialen und ökologischen Mehrwert beachten und sich als Katalysatoren des Wandels verstehen“, sagt Ivo Mulder von der UNEP-FI. Die bevorstehenden Herausforderungen anzugehen, sei damit ein wesentlicher Teil des unternehmerischen und anlagespezifischen Risikomanagements. Mulder:„Das 21. Jahrhundert wird anders aussehen. Die Knappheit der natürlichen Ressourcen, die Verfügbarkeit von Wasser, die Zerstörung des Ökosystems und klimatische Veränderungen sind Phänomene, die die Finanzinstitute systematisch in ihre Kredit- und Anlageprodukte einbeziehen müssen – und das im wirtschaftlichen Eigeninteresse des Finanzsektors.“

 

Erstes ägyptisches Social Business avanciert zum Arbeitgeber von 2.000 Menschen

 

Wie Finanzinstitute erfolgreich in nachhaltige Initiativen investieren und damit gleichzeitig Geld verdienen können, zeigt die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH (DEG), ein Tochterunternehmen der KfW. Die DEG engagiert sich für unternehmerische Initiativen in Entwicklungs- und Schwellenländern, die Umwelt- und Sozialstandards einhalten und deren Arbeit sich positiv auf die Entwicklungspolitik vor Ort auswirkt. Ein Beispiel liefertdie langjährige Kooperation mit der SEKEM-Gruppe. Sie gilt als erstes ägyptisches Social Business und hat sich auch durch die Beteiligung der DEG zum Marktführer in der biologischen Landwirtschaft und Arbeitgeber von 2.000 Menschen entwickelt.

 

Dr. Auma Obamahält Eröffnungsrede auf der SusCon 2012

 

Der SEKEM-Geschäftsführer Helmy Abouleish und Manuela Marques werden auf der diesjährigen internationalen Nachhaltigkeitskonferenz SusCon 2012, die vom 27. bis 28. November in der UN-Stadt Bonn stattfinden wird, über ihre Erfahrungen sprechen. Dort sollen auch konkrete Maßnahmen für die Ausgestaltung einer tragfähigen „Green Economy“ erarbeitet werden. Einleiten wird die Konferenz Dr. Auma Obama. Die Schwester des amtierenden US-Präsidenten Barack Obama wird in Bonn aufzeigen, welchen Stellenwert Armutsbekämpfung für nachhaltiges Wirtschaften hat.