Meldungen | Immobilienfonds
20.06.2018

Europas Immobilienfonds-Volumina wuchsen 2017 deutlich

Laut der aktuellen INREV Fund Manager Survey stiegen die AuM je Manager um durchschnittlich 22 Prozent, die Konsolidierung schreitet fort. Versicherer und Pensionskassen sind die wichtigsten Investoren.

Foto: Mélia

Die durchschnittlichen Assets under Management (AuM) von Immobilienfondsanbietern haben 2017 deutlich zugenommen. Sie stiegen von 13,6 Mrd. Euro im Jahr 2016 auf 16,7 Mrd. Euro Ende 2017. Dies entspricht einem Anstieg um rund 22 Prozent. Dieser Anstieg, so der europäische Branchenverband INREV (Investors in Non-Listed Real Estate) in ihrer Ende Mai veröffentlichten Umfrage „ANREV / INREV / NCREIF Fund Manager Survey 2018“, sei vor allem auf das rasante Wachstum der sehr großen Immobilienfonds-Manager zurückzuführen. Für die Umfrage wurden 162 Manager von Immobilienfonds befragt, die ein Gesamtinvestitionsvolumen von 2,7 Billionen Euro per Ende 2017 repräsentieren. Die wichtigsten Ergebnisse der Befragung: AXA Investment Managers - Real Assets ist mit über 60 Mrd. Euro der größte Immobilienfonds-Manager in Europa. Die mit Abstand wichtigsten Investorengruppen in Europa sind Pensionsfonds gefolgt von Versicherungen. Die Immobilienfondsbranche ist von Konsolidierungen betroffen. Etwa ein Viertel der Unternehmen war bzw. ist in Fusions- und Übernahmeaktivitäten verwickelt.

Die Top-Gesellschaften in Europa

An zweiter Stelle nach AXA IM folgt die Blackstone Group mit über 50 Mrd. Euro AuM. Auf den Plätzen drei, vier und fünf liegen relativ dicht beieinander Credit Suisse, Aberdeen Standard Investments und CBRE Global Investors mit jeweils rund 50 Mrd. Euro Assets under Management. Bekannte Platzhirsche aus Deutschland liegen auf den Plätzen sieben und acht – nämlich Union Investment Real Estate und Patrizia Immobilien mit jeweils rund 40 Mrd. Euro AuM. „Das insgesamt schnelle Wachstum der AuM entspricht auch unserer Marktwahrnehmung. Die meisten unserer Fondspartner konnten ihre AuM im vergangenen Jahr deutlich steigern“, sagt Michael Schneider, Geschäftsführer der Service -KGV Intreal International Real Estate. „Und auch unser Wachstum als Service-KVG passt zu diesem Trend. Unsere Assets under Administration sind 2017 um 38 Prozent gewachsen – auf 18,6 Mrd. Euro zum Jahresende.“

Pensionskassen und Versicherer dominieren

Woher kommen die großen Summen, die nun in Immobilien fließen? Bei Fonds, die europäische Investitionsstrategien verfolgen, sind zwei Anlegertypen besonders stark vertreten: Pensionsfonds und Versicherungen. Sie liegen mit 74 Prozent deutlich vor allen anderen Investorengruppen. Auf Pensionsfonds entfallen 43 Prozent der Gelder in den nicht-gelisteten, direkt investierenden Fonds, auf Versicherungen rund 31,2 Prozent. Mit erheblichem Abstand folgen Unternehmen (7,4 Prozent), Staatsfonds (4,4 Prozent) Investment-Banken (2,5 Prozent), Dachfonds und Family Offices HNWIs (beide jeweils 2,0 Prozent). „Versicherer und Pensionskassen stehen allein für drei Viertel der Gelder in den nicht-gelisteten, direkt investierenden Fonds in Europa und stellen damit die wichtigsten Anleger. Sie sind so überproportional vertreten, weil sie selbst stark reguliert sind – beispielsweise in Deutschland durch das Versicherungsaufsichtsrecht. Daher investieren sie am liebsten über regulierte Vehikel, die mit ihrem Aufsichtsrecht harmonieren“, weiß Schneider.

Mehr Anbieter von Konsolidierung betroffen

Jeder vierte befragte Fondsanbieter war in den letzten zehn Jahren in Fusionsaktivitäten involviert. Die Tendenz ist seit Jahren ansteigend. Im Vorjahr war es noch jeder fünfte Fondsanbieter. Die Gründe dafür sind unterschiedlich und reichen von Größenvorteilen über geografische Expansion bis hin zu höheren Renditen. Eine klare Präferenz zeigt die Umfrage nicht. „Die Konsolidierungstendenzen spiegeln sich eins zu eins im Markt für Immobilien-KVGen wider. Hier sind vor allem Digitalisierung und zunehmende Regulierung Treiber der Entwicklung. Auch hier beobachten wir, dass die großen Häuser schneller wachsen. Kleinere und mittlere Häuser kommen dagegen zunehmend an ihre Grenzen“, erklärt Schneider.