Meldungen | Anleihen
18.03.2015

„Europäische High-Yield-Anleihen bleiben eine interessante Beimischung“

Attraktive Kupons und die Chance auf Kursgewinne als Folge des konjunkturellen Aufschwungs in der Eurozone sprächen für Hochzins-Unternehmensanleihen, sagt Bantleon-Analyst Gregor Taraszow.

Gregor Taraszow, Analyst High Yield Corporates Bantleon

Gregor Taraszow, Analyst High Yield Corporates Bantleon

Foto: Bantleon

Europäische High-Yield-Unternehmensanleihen haben 2014 trotz einiger Turbulenzen eine Performance von 5,5 Prozent erzielt. Wird es 2015 in der selben Tonart weitergehen? Gregor Taraszow, Analyst High Yield Corporates des Anleihemanagers Bantleon, sieht positive Anzeichen: Mit ihren attraktiven Kupons sind europäische High-Yield-Unternehmensanleihen auch im Jahr 2015 eine interessante Beimischung für Anleihenportfolios. Seit Jahresanfang summiert sich der Ertrag bereits auf 3,3 Prozent. Im Gesamtjahr scheint sogar ein Niveau von 9 bis 10 Prozent möglich zu sein.“ Derzeit empfielt der Experte eine Übergewichtung 3- bis 5-jähriger Anleihen sowie sehr kurzer Laufzeiten der Ratingkategorie »B«. Aber auch Anleihen der etwas besseren Ratingkategorie »BB« sollten sich gut entwickeln. Hierbei handelt es sich oft um »Fallen Angels« aus dem Bereich »Investment Grade«, also um renommierte Unternehmen, die aufgrund der Herabstufung in den Bereich High Yield eine höhere Rendite als Unternehmensanleihen mit dem Rating »BBB« bieten. „Sie entwickeln sich in konjunkturellen Aufschwungphasen besser, sollten entsprechend vom aktuellen Aufschwung in der Eurozone stärker profitieren“, meint Taraszow.

 

Das technische Umfeld sei ebenfalls gut, der europäische High-Yield-Markt scheint endgültig den Kinderschuhen entwachsen zu sein: „Ein erneutes Rekordjahr sorgte 2014 mit 84 Mrd. Euro neu emittierten Anleihen für weiteres Marktwachstum und für 2015 erwarten wir eine abermalige Steigerung, denn der Start war mit 14,6 Mrd. Euro bis Ende Februar bereits sehr verheißungsvoll. Nachdem High-Yield-Unternehmensanleihenfonds vor allem in der zweiten Jahreshälfte 2014 mit massiven Abflüssen zu kämpfen hatten, gibt es jetzt wieder starke Zuflüsse.“ Im Zuge der Liquiditätsschwemme der EZB sei zudem damit zu rechnen, dass Investment-Grade-Fonds verstärkt High-Yield-Unternehmensanleihen beimischen werden. Taraszow selbst bevorzugt dabei die sogenannten Ameisen des High-Yield-Universums: „Das sind Unternehmen mit stabilen Cashflows, deren Geschäft von exogenen Schocks kaum beeinflusst wird. Dazu gehören vor allem Marktführer oder Unternehmen, die eine Nische besetzen sowie ein spezielles Know-how haben und hohe Margen erwirtschaften.“ Bei den Branchen konzentriert sich Bantleon auf die Bereiche Telekommunikation, Konsumgüter, Dienstleistungen und Unterhaltung. Das ausstehende Volumen muss mindestens 200 Mio. Euro betragen, damit sind Mittelstandsanleihen ausgeschlossen. Investoren sollten sich aber bewusst sein, dass bei High-Yield-Anleihen in Extremphasen Verluste bis zu 40 Prozent möglich sind. „Deshalb sollte man in diese Anleihen nur dann investieren, wenn sie aktiv bewirtschaftet werden“, rät der Anleihen-Analyst.