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02.07.2013

Ein starker US-Dollar als investierende Währung

Währungsexperte Ian Stannard von Morgan Stanley sieht beim US-Dollar zukünftig höhere Zinsen und damit eine neue Rolle bei Währungs-Trades. Der Schweizer Franken hingegen könnte wieder schwächer werden.

Auf Einladung des ETC-Anbieters ETF Securities hat Ian Stannard, Chefstratege für Währungen bei Morgen Stanley, in Wien seine Einschätzungen für die wichtigsten Währungen präsentiert. Die bisher gewohnten Rollen als finanzierende und investierende Währungen werden sich durch die geänderten Verhältnissen in den USA, der Eurozone und Japan langsam ändern, so eine der Thesen des Experten. Er geht dabei zunächst von einem erstarkendem Dollar aus: „Die Risikowahrnehmung ändert sich. Wenn man mit Wall-Street-Brokern spricht, sind alle sehr bullish für den US-Dollar eingestellt. Ich wäre da zwar vorsichtig, aber es spricht einiges dafür. Die Fed betreibt weiter eine stützende Politik, auch wenn das Tapering-Thema an Dynamik gewinnt. Und die US-Märkte werden langfristig outperformen.“ Durch die steigenden Zinsen werde der US-Dollar von einer finanzierunden zu einer eine investierende Währung werden, ist Stannards Prognose. Schon jetzt liegen die Zins-Spreads über dem Durchschnitt der G7-Länder. Mit Schwankungen sei aber immer zu rechen: „Wir erwarten, dass der US-Dollar nächstes Jahr sensibel gegenüber den neuen Wirtschaftsdaten bleiben wird.“ Außerdem geht man bei Morgan Stanley davon aus, dass die USA den weltweiten Erholungsprozess anführen werden und sich der Abstand zwischen US-Wachstum und globalem Wachstum weiter schließen wird.

Trendwende beim Schweizer Franken?

Für zahlreiche Kreditnehmer in Österreich dürfte die Entwicklung des Schweizer Franken von großem Interesse sein. Wenn Ian Stannard recht behält, könnte es hier eine Entspannung geben, auch wenn erwartet wird, dass der Schweizer Franken eine Finanzierungswährung bleiben wird. D.h. auf Grund des niedrigen Zinsniveaus werden Kredite in Schweizer Franken aufgenommen um damit höher verzinste Währungen zu kaufen. „Ein schwaches Wachstum in der Eurozone und ein geringerer Bedarf an einer Fluchtwährung nach der Stabilisierung in der Euro-Peripherie, könnte allerdings wieder zu einer Schwächung des Schweizer Franken führen. Es herrscht weiterhin Deflation, die Exportquote sinkt. Wir halten den Schweizer Franken insgesamt immer noch für überbewertet“, so Stannard. Besonders für das Währungspaar USD-CHF sei weierhin „bullish“ eingestellt.