Meldungen | Marktanalyse
22.07.2016

Dividenden-Chancen weltweit nutzen

Alex Crooke, Head of Global Equity Income bei Henderson, zu den globalen Wachstumschancen in seinem Sektor und den regionalen Dividendentrends.

Alex Crooke, Head of Global Equity Income bei Henderson

Alex Crooke, Head of Global Equity Income bei Henderson

Foto: Henderson Global Investors

Mit den Marktentwicklungen Ende letzten und Anfang dieses Jahres hat der Druck auf einige der aus Dividendensicht wichtigsten Sektoren und Regionen zugenommen. In einigen Bereichen kam es daher zu Dividendenkürzungen. Hilfreich ist deshalb eine globale Perspektive, die zutage fördert, wo die Ausschüttungsquoten höher und die Dividendenaussichten günstiger sind. Weltweit anlegende Dividendenfonds bieten Anlegern attraktive Chancen auf regelmässige Erträge und Kapitalwachstum an verschiedenen Märkten rund um den Globus. Zugleich können sie Bereiche mit unerwünschten Risiken meiden. Eine weltweite Anlage bringt erhebliche Diversifizierungsvorteile durch ein breiteres Universum an Unternehmen und Regionen verglichen mit einer länderspezifischen Strategie, bei der sich Anleger womöglich zu stark auf eine begrenzte Zahl von Unternehmen und Sektoren konzentrieren.

Globale Dividendentrends

Henderson verfügt über ein äußerst erfahrenes Team, das seit 2006 weltweit erfolgreich in Dividendentitel anlegt und globale Dividendenfonds verwaltet. Zudem veröffentlichen wir vierteljährlich die neuesten Zahlen zum Henderson Global Dividend Index (HGDI). Hierbei handelt es sich um eine langfristige Studie globaler Dividendentrends der weltweit 1.200 grössten Unternehmen gemessen an ihrer Marktkapitalisierung in US-Dollar. Aus dem neusten HGDI-Bericht geht hervor, dass die Dividenden im ersten Quartal 2016 weltweit um 2,2% auf 218,4 Mrd. US-Dollar gestiegen sind. Dies entspricht einem Anstieg um 4,7 Mrd. US-Dollar gegenüber dem Vorjahresvergleichszeitraum. Besonders hohes Dividendenwachstum verzeichneten Japan, Nordamerika und Europa, mit dem Großbritannien, Asien und die Schwellenländer nicht Schritt hielten. Sonderdividenden haben sich im Vorjahresvergleich nahezu verdoppelt und damit das Gesamtwachstum mit hohen Ausschüttungen in den USA und in Hongkong beflügelt. Im ersten Quartal tendierten die Wechselkurse fester und wirkten sich damit bei Rückrechnung globaler Dividenden in US-Dollar weniger stark aus. Auf zugrunde liegender Basis, d.h. bereinigt um Wechselkursbewegungen, zeitliche Unterschiede, Sonderdividenden und Indexanpassungen, sind die Ausschüttungen um 3,1% gestiegen.

Regionale Dividendentrends

Die zentralen Ergebnisse des HGDI zeigen, dass die Dividenden in Japan und Nordamerika im ersten Quartal am stärksten gewachsen sind. In Japan summierte sich der zugrunde liegende Anstieg auf 10,5%, während Unternehmen in den USA und in Kanada 6,7% bzw. 6,3% mehr Dividenden ausgeschüttet haben. Auch in Europa, wo die Dividenden im ersten Quartal im Schnitt um 3,6% erhöht wurden, bieten sich durchaus interessante Chancen. Immer mehr Unternehmen machen hier wieder von der Möglichkeit der Dividendenausschüttung Gebrauch, besonders in der Finanzbranche und in Sektoren mit Konsumbezug. In Großbritannien sind die Ausschüttungen dagegen im ersten Quartal um 5,0% auf 16,4 Mrd. US-Dollar gefallen. Rechnet man jedoch das schwache Pfund und andere technische Faktoren heraus, bleibt unter dem Strich ein Plus von 0,7%. Für den Rest des Jahres ist jedoch mit deutlichem Rückgang zu rechnen, denn dann schlagen die tiefen Einschnitte der grössten in London gelisteten Firmen vornehmlich aus dem Rohstoff- und Bankensektor zu Buche. BHP, Rio Tinto, Glencore, Standard Chartered, Barclays, Morrisons und Rolls Royce sind einige der Schwergewichte, die ihre Aktionäre bereits auf Dividendenkürzungen eingestimmt haben. Schwer zu kämpfen hatten auch Firmen in den Schwellenländern, deren zugrunde liegende Dividenden um 16,9% sanken. Grosszügige Erhöhungen in Indien machten die massiven Einschnitte in Brasilien nicht wett.

Dividendentrends nach Branchen

Der HGDI zeigt überdies, dass sich Anleger im Technologiesektor weiter über ansehnlich wachsende Dividenden freuen können. Etliche Firmen haben ihre Ausschüttungsquote, d.h. den als Dividende ausgeschütteten Gewinnanteil, angehoben und mehr Gewinn erwirtschaftet, was die wichtigste Voraussetzung für höhere Dividenden ist. Die höchsten Dividenden wurden demnach im ersten Quartal von Pharma- und Finanzunternehmen gezahlt. Zufriedenstellend war das Dividendenwachstum in den Konsumbranchen, was sich aus unserer Sicht im Rest des Jahres fortsetzen dürfte.

Ausblick für Dividendenwachstum

Für das Gesamtjahr bleiben wir für Nordamerika und Europa zuversichtlich. Etwas schwieriger gestaltet sich der Ausblick für Großbritannien und die Schwellenländer. Weniger optimistisch sind wir auch mit Blick auf die Region Asien-Pazifik ohne Japan, was vor allem den Dividendenkürzungen in Australien gelisteter Rohstofffirmen geschuldet ist. Die sich ständig ändernden Bedingungen in den verschiedenen Regionen rund um den Globus machen deutlich, wie wichtig ein global diversifizierter Ansatz in der Ertragsanlage ist. Insgesamt gehen wir in diesem Jahr von Dividendenausschüttungen weltweit von 1,18 Bill. US-Dollar aus, was einem Plus von 3,3% zum Vorjahr auf zugrunde liegender Basis entspricht.