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05.03.2014

Deutschland auf Platz 7 bei der Altersversorgung

Natixis veröffentlichte die Ergebnisse seiner globalen „Retirement Index“-Studie. Sie ermittelt jedes Jahr anhand zahlreicher Faktoren, wie es Menschen im Ruhestand in 150 Ländern geht.

Deutschland hat bei einer Analyse der finanziellen Absicherung und Lebensqualität für Rentner laut der jüngsten „Retirement Index“-Studie insgesamt gut abgeschnitten. Die Erhebung zeigt allerdings auch, dass in Zukunft die Altersabsicherung sowohl in den etablierten Industrieländern, als auch in den Schwellenländern immer schwieriger wird. Die demografischen Trends weltweit, aber auch knappe öffentliche Kassen sind wesentliche Gründe für diese Entwicklung. Natixis Global Asset Management hat die Ergebnisse seiner globalen repräsentativen Studie in Form des „Retirement Index“ veröffentlicht. Untersucht wurden dabei die jeweiligen Standards der finanziellen Alterssicherung sowie die allgemeinen Rahmenbedingungen für Ruheständler in 150 Ländern. Es wurden 20 der wichtigsten Trends der folgenden vier Kategorien unter die Lupe genommen: Gesundheit und Qualität der medizinischen Betreuung, persönliches Einkommen und Finanzen, Lebensqualität sowie sozioökonomische Faktoren. Im Vorjahr wurde der „Retirement Index“ zum ersten Mal erhoben. Mit der Studie wurde das britische Finanzresearch-Unternehmen CoreData beauftragt. Sie basiert auf Daten aus einer Vielzahl unterschiedlicher Quellen, wie etwa der Weltbank und den Vereinten Nationen. Die Analytiker haben für jede Kategorie einen Mittelwert berechnet und die Werte der einzelnen Kategorien dann zu einem allgemeinen Ranking der 150 untersuchten Staaten zusammengefasst.

Gesundheitsversorgung schneidet besonders gut ab

Während im letzten Jahr Deutschland noch auf Platz 9 rangierte, konnte es in diesem Jahr auf Platz 7 vorrücken. Das bessere Abschneiden liegt unter anderem an den hohen Werten für den Health Sub-Index. Dieser verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr in jedem Aspekt. Wichtige Kriterien für den Health Sub-Index waren etwa die Ärztedichte per capita sowie gesetzliche Ausgaben für Leistungen im Gesundheitssektor. Auch der Index für allgemeine Lebensqualität ist gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Dies ist auch auf die Politik in Deutschland mit einer stärkeren Ausrichtung auf ökologische Themen zurückzuführen.

Länder wie Deutschland, die in diesem Jahr unter den Top 10 (1-6: Schweiz, Norwegen, Österreich, Schweden, Australien, Dänemark) anzutreffen sind, haben sich zuletzt innovativ gezeigt und die Strukturen ihrer Rentensysteme im Sinne der Bürger verbessern können. Teilweise hat die Politik unpopuläre Entscheidungen, etwa die Rente mit 67 zur Stabilisierung der finanziellen Absicherung im Alter, treffen müssen. „Gute zwei Plätze konnte Deutschland seit der letzten Natixis Global Asset Management Retirement-Index-Studie wettmachen. Trotz sprudelnder Steuerkassen und in Hinblick auf die Rentenpläne der neuen Regierung, sollten sich Anleger ernsthaft Gedanken machen, wie sie ihren Wohlstand im Rentenalter wahren. Denn selbst ehemalige Führungskräfte aus der Politik warnen vor klammen Rentenkassen in naher Zukunft“, erläutert Jörg Knaf, Managing Director Nordeuropa bei Natixis Global Asset Management, die Studienergebnisse.

Europäische Länder voran

Die Untersuchung ergab außerdem, dass im internationalen Vergleich Rentner in Europa finanziell am besten abgesichert sind. Acht der Top-10-Länder liegen in Europa. Besser als Deutschland schnitt in diesem Jahr die Schweiz mit dem ersten Platz im Ranking ab. Hier haben die Rentner die derzeit höchste Lebensqualität und finanzielle Versorgung im Alter. Die Schweiz konnte den Vorjahres-Klassenbesten Norwegen auf den zweiten Platz verdrängen. Innerhalb Europas gilt es hinsichtlich der Lebenssituation von Ruheständlern stark zu differenzieren: Die Länder in der Peripherie Europas, wie Griechenland, Italien oder Spanien, können die finanzielle Sicherheit ihrer Rentner aufgrund der starken Verschuldung und anhaltend hoher Arbeitslosigkeit nicht mehr gewährleisten.

Weltweiter Trend: Die staatliche Altersvorsorge wackelt

Die Studie hat gezeigt, dass schon heute in vielen Ländern die hohe Staatsverschuldung und ein verändertes Marktumfeld, negative Auswirkungen auf die finanzielle Sicherheit ihrer Bürger im Alter haben. Dieser Trend ist aufgrund der immer älter werdenden Bevölkerung mit höheren Ansprüchen an die gesetzlichen Versorgungssysteme auf Dauer nicht mehr aufzuhalten. Selbst bei den Ländern, die am besten abgeschnitten haben, führt wegen der demographischen Entwicklung kein Weg daran vorbei, dass künftige Rentner bereits heute finanziell vorsorgen sollten. „Anleger müssen sich darauf einstellen, selbst mehr vorzusorgen“, so Hervé Guinamant, Präsident und CEO für den internationalen Vertrieb bei Natixis. „Und die Asset Management-Industrie muss nachziehen, indem sie die erforderlichen Portfoliobausteine zur Verfügung stellt, bei denen der Fokus auf dem Faktor Risiko und einer Minimierung der Volatilität liegt, damit die Anleger ihre langfristigen Sparziele auch erreichen können.“