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16.10.2012

Deutsche Fondsberater setzten im September auf exotische Märkte

Das aktuelle Fondsbarometer der B2B-Direktbank ebase zeigt einen Trend zu Misch- und Rentenfonds und zu Emerging Markets.

Die Ungewissheit an den Kapitalmärkten hat sich im dritten Quartal auf die Handelsaktivität der Fondsberater in Deutschland ausgewirkt, weist das ebase-Fondsbarometer für September aus. Die Handelsaktivität sank auf 90,3 Punkte, nachdem sie im Juli bei 105,2 Punkten gelegen und im August mit 108,1 Punkten ihren diesjährigen Höchststand erreicht hatte. Die Kennzahl spiegelt die Handelsaktivität von über 50.000 Fondsberatern wider. Ein Wert 100 wäre das durchschnittliche monatliche Handelsvolumen der Jahre 2009 bis 2011.

Bei den Fondstypen verfestigt sich der Trend zu eher sicherheitsorientierten Anlagen: Mischfonds (Kaufquotient: 1,31) und Rentenfonds (Kaufquotient: 1,25) verzeichneten im Berichtszeitraum wie bereits im ersten und zweiten Quartal des Jahres das höchste Mittelaufkommen. Hohe Rückflüsse wiesen hingegen Aktienfonds (Kaufquotient: 0,74) und Dachfonds (Kaufquotient: 0,34) auf. „Trotz des Börsenaufschwungs der letzten Wochen agieren Fondsberater nach wie vor eher zurückhaltend und empfehlen ihren Kunden Produkte mit einem vergleichsweise hohen Rentenanteil“, sagt Rudolf Geyer, Sprecher der Geschäftsführung der ebase. Darüber hinaus lässt sich wie schon im zweiten Quartal ein Sondereffekt bei offenen Immobilienfonds feststellen: Durch die Auszahlung freier Liquidität der Fonds in Abwicklung wies dieser Fondstyp im Berichtszeitraum weiterhin hohe Rückflüsse auf (Kaufquotient: 0,29).
 

Südostasien am meisten gefragt
 

Während Fonds mit Anlageschwerpunkt Welt (Kaufquotient: 0,89), Europa (Kaufquotient: 0,85) und Deutschland (Kaufquotient: 0,61) ein negatives Mittelaufkommen verzeichneten, stehen exotische Anlageregionen hoch in der Gunst der Fondsberater. Ebenfalls ein Trend, der seit Auflegung des Fondsbarometers im März dieses Jahres anhält. So wiesen Fonds mit Anlageschwerpunkt Südostasien den höchsten Kaufquotienten auf (1,69). Auch bei Emerging-Markets-Fonds waren die Zuflüsse höher als die Abflüsse (Kaufquotient: 1,32). „In den letzten Wochen sind die großen Leitindizes zwar wieder gestiegen, doch Berater wie Privatanleger gleichermaßen scheinen dem Aufschwung an den Börsen in Europa und den USA noch nicht zu trauen“, sagt Rudolf Geyer. Die Folge: „Berater sind mehr denn je darauf angewiesen, für ihre Anleger attraktive Renditechancen fernab dieser Kernmärkte zu identifizieren. Viele südostasiatische Volkswirtschaften mit robusten Wachstumsraten - etwa Vietnam oder Indonesien - weisen dafür hervorragende Investmentbedingungen auf.“