Meldungen | Marktkommentar
19.01.2015

Der Kurswechsel der SNB als Chance für Deutschland

Robert Smith, Fondsmanager des Baring German Growth Trust, sieht eine Reihe positiver Effekte für deutsche Unternehmen und rechnet mit Kapitalzuflüssen aus der Schweiz.

Rob Smith, Fondsmanager Barings

Rob Smith, Fondsmanager Barings

Foto: Barings

Der Kurswechsel der Schweizerischen Nationalbank könnte darauf hindeuten, dass es in naher Zukunft zu einer vollständigen quantitativen Lockerung in der Eurozone kommen wird. Die expansive Geldpolitik wird die Aktienmärkte unserer Einschätzung nach beflügeln, weshalb wir unseren positiven Ausblick, insbesondere für Deutschland, beibehalten werden. Für Schweizer Investoren sind Anlagen an Märkten wie beispielsweise Deutschland wesentlich günstiger geworden, was sich in höheren Kapitalzuflüssen niederschlagen könnte.

Der aktuelle Schritt der Schweizerischen Nationalbank (SNB), die Bindung des Schweizer Franken an den Euro zur Vermeidung einer starken Aufwertung aufzugeben, führte im frühen Handel zu einer Aufwertung der Währung um mehr als 30% und pendelte sich dann im Tagesverlauf auf einem niedrigeren Niveau ein. Gleichzeitig rutschte der Schweizer Aktienmarkt aufgrund der Erwartungshaltung der Anleger stark ab, sodass die Währungsaufwertung den Handel für Schweizer Exportunternehmen erschweren könnte.

Unserer Ansicht nach könnte die Maßnahme ein Anzeichen dafür sein, dass die SNB von einer vollumfänglichen Lockerung der Geldpolitik durch die Europäische Zentralbank in den nächsten Wochen ausgeht, was sich durchaus positiv auf Aktien der Eurozone auswirken dürfte. Die veränderte Situation könnte auch als Chance für die in der Eurozone ansässigen Konkurrenzunternehmen der Schweiz betrachtet werden, die nicht durch die Währungseffekte belastet werden.

Anlagen in der EU wurden günstiger

Mit Blick auf die verschiedenen Volkswirtschaften der Eurozone behalten wir unseren optimistischen Ausblick, insbesondere für deutsche Unternehmen, bei. Obwohl die unlängst in Deutschland veröffentlichten Konjunkturdaten gemischt ausfielen, bestärken uns die Auftragslage der Firmen, die Gespräche mit den Unternehmensführungen sowie ihre Erläuterungen im Hinblick auf die zukünftige Ertragslage auch weiterhin in unserer positiven Einschätzung für den Markt. In einem Umfeld, in dem sich die Rahmenbedingungen für Firmen verbessern, bieten kleinere Mittelstandsunternehmen unserer Einschätzung nach potenziell interessante Chancen im Bereich der wertorientierten und der Wachstumsanlagen und unsere Strategie ist dementsprechend ausgerichtet.

Im Januar könnten die Parlamentswahlen in Griechenland für ein gewisses Maß an Unsicherheit an den europäischen Aktienmärkten sorgen. Wir sind jedoch nicht der Ansicht, dass sie sich nachteilig auf die allgemeine Wirtschaftstätigkeit in Europa auswirken werden. Trotz des schwachen Starts in das neue Jahr behalten wir aus vorangegangenen Gründen unsere optimistische Einschätzung für das Gesamtjahr 2015 bei.

Für in der Schweiz ansässige Investoren sind Anlagen in Deutschland, oder auch in allen anderen Ländern der Eurozone, aufgrund der Aufwertung des Schweizer Franken wesentlich günstiger geworden. Infolgedessen könnte es in den entsprechenden Märkten zu höheren Kapitalzuflüssen kommen.