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08.01.2020

Das weltweite Wachstum bleibt unter dem langjährigen Schnitt

Laut dem US-Consulter PwC wird 2020 die globale Wirtschaft unter dem langjährigen Durchschnitt wachsen, da der Welthandel schrumpft. Zumindest dürften mehr Arbeitsplätze geschaffen werden.

Rudolf Krickl, Partner PwC Österreich

Rudolf Krickl, Partner PwC Österreich

PwC

Laut dem Global Economy Watch von PwC wird 2020 ein Jahr der „Slowbalisation“ für die Weltwirtschaft: Nach neuesten Prognosen wird die Weltwirtschaft in Bezug auf die Kaufkraftparität (KKP) im Jahr 2020 um 3,4 Prozent wachsen, verglichen mit dem Langzeitdurchschnitt des 21. Jahrhunderts von 3,8 Prozent pro Jahr. Trotz der eingetrübten bleibt aber der Dienstleistungssektor ein Lichtblick, wobei der prognostizierte globale Wert für Dienstleistungsexporte 2020 auf einem Rekordhoch von sieben Billionen Dollar liegt.

Ungewisser Ausblick für den Welthandel

Seit den 1970er-Jahren stellt die Globalisierung eines der wichtigsten Merkmale der Weltwirtschaft dar. Dennoch sank das Volumen des weltweiten Warenhandels drastisch und war 2019 sogar rückläufig. In Zusammenhang mit der faktischen Auflösung des Streitbeilegungsmechanismus der Welthandelsorganisation (WTO) im Dezember könnten schwierigere Zeiten auf den Welthandel zukommen, so die Prognose. „Wir steuern auf eine Zeit der ,Slowbalisation‘ zu und erwarten, dass es im Jahr 2020 in der Weltwirtschaft nur ein unterdurchschnittliches Wachstum geben wird. Für die ohnehin angespannte Situation im Welthandel birgt dies große Herausforderungen. Auch die heimische Wirtschaft wird in den kommenden zwölf Monaten nur mäßig wachsen“, analysiert Rudolf Krickl, Partner und Markets Leader bei PwC Österreich.

Insgesamt mehr Arbeitsplätze

Laut Global Economy Watch werden die G7-Länder aber weiterhin Arbeitsplätze schaffen, und zwar bis zu etwa zwei Millionen. Vier von fünf neuen Arbeitsplätzen in den G7-Ländern werden in den USA, Großbritannien und Japan geschaffen werden. Da der Arbeitskräfte-Pool in den G7-Ländern nach und nach ausgeschöpft wird, werden die Erträge ihren Aufwärtstrend weiter fortsetzen. Mangels Produktivitätssteigerungen könnten die Gewinnspannen der Unternehmen jedoch gedrückt werden.

Indien klettert voraussichtlich in globalen Wirtschafts-Rankings nach oben

Gemäß den neuesten IWF-Prognosen konnte Indien im Jahr 2019 Großbritannien und Frankreich überholen und ist nun die fünftgrößte Volkswirtschaft der Welt. Dies ist ein fortlaufender Prozess, in dem Indien nach aktuellen Trends Deutschland wahrscheinlich bis 2025 und Japan bis 2030 überholen und hinter China und den USA die größte Volkswirtschaft sein wird. Frankreich und Großbritannien werden nun um den sechsten Platz in den Rankings buhlen, wobei ihre jeweilige Stellung vom Wert des Pfund Sterling im Vergleich zum Euro abhängt, der 2020 wahrscheinlich volatil bleibt.

Bevölkerung so groß – und alt – wie nie zuvor

Obendrein dürfte die Weltbevölkerung 2020 die Marke von 7,7 Milliarden erreichen. China, Indien und Subsahara-Afrika werden voraussichtlich für die Hälfte des jährlichen weltweiten Bevölkerungswachstums verantwortlich sein. Gleichzeitig wird die Zahl der Personen über 60 Jahren voraussichtlich die Eine-Milliarden-Grenze überschreiten. Zudem wird erwartet, dass es in China mehr Personen über 65 Jahre geben wird als in den sechs anderen größten Schwellenländern zusammen.