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20.07.2012

„Das größte Risiko geht von Griechenland und der Eurozone aus“

Die Legg Mason-Tochtergesellschaft Western Asset setzt bei globalen Multi-Asset Produkten auf Schwellenländer und Hochzinsanleihen aus den USA.

Ian Edmonds, Fondsmanager des Legg Mason Western Asset Global Multi Strategy Fund

Ian Edmonds, Fondsmanager des Legg Mason Western Asset Global Multi Strategy Fund

Legg Mason

Wirtschaftlich läuft es zwar weder in den USA noch in Europa besonders rund aber im Zweifel setzen US-Fondsmanager dann doch lieber auf die Unternehmen am Heimmarkt, auch wenn die Staatsschulden der USA weit über denen der Eurozone liegen. „Gesamtwirtschaftlich gesehen sind die USA immer noch auf gutem Wege, trotz der zuletzt schwächeren Daten, ein BIP-Wachstum von 2% bis 3% zu erreichen - denn die Banken sind in guter Verfassung, der Häusermarkt stabilisiert sich, und die Energiepreise sinken stark“, meint Western Asset-Fondsmanager Ian Edmonds, der den globalen Mischfonds Legg Mason Western Asset Global Multi Strategy Fund verwaltet.

 

In Europa sei hingegen das kleine Griechenland das Hauptproblem, so der Fondsmanager: „Das größte gesamtwirtschaftliche Risiko geht weiterhin von Griechenland und der Eurozone aus. Griechenland bleibt wohl zunächst in der Eurozone, weil es auf die finanziellen Hilfen angewiesen ist. Doch die versöhnlichen Töne der neuen Regierung haben die Märkte lediglich etwas beruhigt. Aggressivere Schritte könnten den Euro jedoch stark treffen. Daher haben wir uns gegen das Abwärtsrisiko abgesichert“. Mit Blick auf die immer noch niedrigen Renditen von Staatsanleihen setzt das Western-Asset-Team Derivate ein, um Schwankungen auszugleichen. Es hat weitere Verkaufs-Optionen erworben, um sich gegen den Fall des Euros unter 1,22 US-Dollar abzusichern.

 

Für den rund 1,6 Mrd. Euro schweren Global Multi Strategy Fund setzt Edmonds weiterhin auf die USA und die Schwellenländer. Die Duration des Portfolios liegt derzeit bei etwa 4,3 Jahren und ist auf Staats-, Investment Grade-, Hochzins- und Schwellenländer-Anleihen verteilt. „Wir haben unsere Positionen in Hochzins- und Lokalwährungsanleihen der Schwellenländer zuletzt verringert, um das Risiko zu verringern. Auf lange Sicht sehen wir jedoch in diesem Bereich des Marktes Erträge“, ist der Fondsmanager überzeugt.

 

Hochzinsanleihen machen etwa 22% des Fonds aus und stammen überwiegend aus den USA. In diesem Segment rechnen die Ratingagenturen laut Edmonds mit einem Anstieg der Ausfallraten von aktuell 2% bis 3% auf ungefähr 5%, sollte die Weltwirtschaft erneut in eine Rezession steuern. „Die Renditeaufschläge von Hochzinsanleihen liegen aber bereits bei 6%, der Markt berücksichtigt also schon höhere Ausfälle. Ende 2009 hatten 2014 fällige Hochzinsanleihen einen Gegenwert von insgesamt 600 Mrd. US-Dollar. Doch die Unternehmen haben die Laufzeitenprofile geschickt verlängert, so dass es sich jetzt um weniger als 150 Mrd. US-Dollar handelt. Damit hat das Hochzinssegment gute Chancen, einem weiteren Abschwung standzuhalten“, weiß Edmonds.

 

Weniger Schuldenlast in den Schwellenländern

 

Schwellenländer-Anleihen sind mit mehr als einem Viertel im Portfolio seines Fonds enthalten. Der überwiegende Teil wird in US-Dollar laufenden Staats- und Unternehmensanleihen investiert und lediglich ausgewählte Positionen werden in lokalen Währungsanleihen gehalten. Im Westen liege die Schuldenquote gemessen am Bruttoinlandsprodukt bei etwa 100%. Angesichts verschwindend geringer Wachstumsraten sei es für die Länder schwierig, diese Schulden zu bedienen. „Die Schwellenländer hingegen sind meist deutlich geringer verschuldet. Hier liegen die Quoten im Schnitt unter 40%, bei viel höherem Wachstum", sagt Edmonds. „Uns gefällt es, dass diese Regionen besser gerüstet sind mit ihren Schulden umzugehen. Schwellenländer-Anleihen werden mit Renditen von etwa 6% gehandelt – und damit auf demselben Niveau wie die angeschlagenen Länder Italien und Spanien.

 

Für uns ist das ein attraktives Risiko-Ertragsverhältnis. Wir rechnen mit einer weichen Landung in China und gehen davon aus, dass Länder wie Brasilien ihr Wachstumstempo – in erster Linie über Zinssenkungen – beibehalten können.“ Die Renditen bei Anleihen von BBB-Unternehmen in den USA liegen bei etwa 4%, so dass Anleihen von Schwellenländern nach Einschätzung von Edmonds bei gleicher Kreditwürdigkeit einen deutlichen Mehrertrag bieten.