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21.12.2011

Comgest: „Aktien sind derzeit ein heißes Eisen”

Der französische Fondsverwalter Comgest sieht aktuell die Zeit für Aktieninvestments gekommen. Wer ein scharfes Auge besitzt, kann trotz der problematischen Wirtschaftslage gewinnbringende Titel finden. 

Celine Piquemal-Prade, Comgest

Celine Piquemal-Prade, Comgest

Aktien sind in der momentan angespannten Wirtschaftssituation für viele Investoren zum „No go“ geworden. Dabei kann ein Investment in Aktien gerade jetzt Sinn machen, wenn man dabei auf die richtigen Pferde setzt: Der französische Fondsverwalter Comgest, der sich ausschließlich dieser Anlageklasse verschrieben hat, brachte jüngst in Wien einige Beispiele für funktionierendes Stock Picking.

 

„Wir konzentrieren uns ausschließlich auf den Anlagestil ,Quality Growth'. Das heißt, wir investieren nur in Unternehmen, die unseren Kriterien für nachhaltiges Gewinnwachstum entsprechen“, erklärt Dieter Wimmer, Leiter der Abteilung Sales für Österreich bei Comgest. Zu diesen Kriterien gehören etwa eine starke Marktposition, hoher frei verfügbarer Cash Flow, eine gesunde Bilanz, niedrige Verschuldung oder eine hohe Eigenkapital- und Anlagenrendite.

 

„Noch nie in Banken investiert”

 

„Einfach gesagt suchen wir nach Firmen, die über starke Marktpositionen verfügen, gute Margen erwirtschaften und eine hohe Vorhersehbarkeit bieten. Wir werden sehr oft im Konsumgütersektor, Retail- und sogar im IT-Bereich fündig. In Banken haben wir beispielsweise noch nie investiert, das erscheint uns einfach zu unsicher“, so Wimmer.

 

Viele Top Picks in Emerging Markets

 

Gerade die Emerging Markets bieten laut Comgest eine Fülle an interessanten Aktieninvestments. „Dabei sind nicht nur Unternehmen gemeint, die aus den Schwellenländern kommen, sondern auch jene, die einen Großteil ihres Geschäfts dort machen“, sagt Comgest-Fondsmanagerin Céline Piquemal-Prade. Da wären etwa der taiwanesische Halbleiterhersteller TSMC, der IT-Riesen wie Apple, Qualcom oder Nvidia zu seinen Kunden zählt oder japanische Autokonzern Suzuki Motor, der den indischen Automarkt dominiert. Aber auch der US-Konsumgüterhersteller Avon, führend im Direktvertrieb von Kosmetika, erzielt 80 Prozent seiner Gewinne in Schwellenländern, alleine die Hälfte davon in Lateinamerika.

 

Urgestein der Gesellschaft ist der Magellan C Fonds, der bereits im Jahr 1988 aufgelegt wurde. Er ist stark auf  Marktführer aus Ländern wie Brasilien, Südafrika, Taiwan oder China fokussiert. Der Comgest Growth GEM Promising Companies wiederum investiert in vielversprechende, aufsteigende Unternehmen aus den Emerging Marktes. Das Europa Flagschiff ist der Comgest Growth Europe, den es seit dem Jahr 2000 gibt und der sich bei Investments vor allem auf große Trends wie alternde Bevölkerung, Low Cost und Globalisierung konzentriert.

 

Die Furcht der Investoren vor Rezession, Schuldenkrise & Co. will Comgest nicht wegwischen. Aber: Die heutige Situation sei mit dem Krisenjahr 2008 nicht zu vergleichen. Piquemal-Prade: „Wir hatten etwa nach Ausbruch der Krise 2008 in den Ländern kein Wirtschaftswachstum mehr. 2011 stieg das BIP aber gerade in Schwellenländern trotz der bekannten Probleme aber sehr wohl. Außerdem sind Unternehmen, gerade was ihre Lagerbestände betrifft, sehr konservativ geworden. 2008 waren die Lager bis oben voll, alles bereit für einen Boom, der aber nicht kam - genau das Gegenteil war der Fall. Heute haben sie daraus gelernt“. Dies begünstige auch die Performance von Aktien, so die Fondsmanagerin.

 

Comgest wurde 1985 in Paris gegründet und ist eine unabhängige internationale Fondsverwaltungsgesellschaft mit strategischen Niederlassungen in Paris, Dublin, Hongkong und Tokio. Das Unternehmen hat ausschließlich Aktienfonds im Programm. Da das Unternehmenskapital vollständig von den Mitarbeitern und Unternehmensgründern getragen werde, könne Comgest vollkommen unabhängig operieren. Derzeit verwaltet die Gesellschaft nach eigenen Angaben ein Vermögen von 12,7 Milliarden € (Stand: 30. September 2011) und beschäftigt weltweit mehr als 80 Mitarbeiter.