„Chinas lockere Geldpolitik fördert Wachstum“
Die chinesische Zentralbank senkt diese Woche die Mindestreservesätze. Raymond Ma, Manager des Fidelity China Consumer Fund, zu den Folgen dieser Maßnahme.

Raymond Ma, Fidelity
Ab dem ab 24. Februar werden die Mindestreservesätze (RRR) für alle Finanzinstitute um 50 Basispunkte gesenkt. Das meldete die chinesische Zentralbank (People’s Bank of China) am Samstag. Nach der Änderung gilt ein RRR von 20,5% für alle großen Finanzinstitute und ein RRR von 18,5% für alle kleinen und mittleren Finanzinstitute. Dies war seit der ersten Senkung im Dezember 2011, die fünf Monate nach dem Höchststand im Juni 2011 erfolgte, die zweite RRR-Senkung.
Dass die People’s Bank of China das Wachstum über die Lockerung ihrer Geldpolitik fördern werde, hatte ich bereits im vierten Quartal 2011 prognostiziert. Diese zweite RRR-Senkung bestärkt meine Überzeugung, dass das Jahr des Drachens ein Jahr der Liquidität und Erholung sein wird. Eine weitere Lockerung der Geldpolitik erwarte ich in der ersten Jahreshälfte 2012. Im historischen Vergleich schneiden chinesische Aktien tendenziell in einem Zyklus der lockeren Geldpolitik besser ab.
Nehmen wir 2009 als Beispiel: Die chinesischen Aktien standen nach einigen Maßnahmen zur Lockerung der Geldpolitik mit an der Spitze des Gesamtmarktes. Daher dürfte diese Senkung ein klares Signal an den Markt darstellen. Die chinesischen Aktien werden wohl positiv auf die Senkung reagieren. Sollte sich das Wachstum 2012 beschleunigen und sollten sich die Gewinne entsprechend erholen, entsteht am Markt ein zusätzliches Aufwärtspotenzial. Insbesondere
Unternehmen mit einem hohen operativen Hebel dürften dank der dann niedrigeren Finanzierungskosten und der umfangreicheren verfügbaren Finanzmittel besonders stark davon profitieren. Zyklische Sektoren wie beispielsweise bestimmte Konsumgüter dürften eine Outperformance erzielen, da die Lockerung der Geldpolitik die Luxus-Einzelhändler und Luxusmarken unterstützt.
