Meldungen | Gesundheit, Investmentfonds
03.03.2016

Bellevue legt Luxemburger Ableger ihres Generika-Fonds auf

Der BB Adamant Global Generics war bisher nur als Schweizer Fondslösung am Markt, nun sollen auch europäische Anleger von steigende Gesundheitsausgaben in den Industrieländern und den Emerging Markets profitieren.

Oliver Kubli, Fondsmanager Bellevue AM

Oliver Kubli, Fondsmanager Bellevue AM

Die Gesundheitskosten steigen auf globaler Ebene kontinuierlich. Grund dafür ist vor allem die zunehmende Alterung der Bevölkerung verbunden mit einem steigenden Bedarf an medizinischer Leistung. Aber auch der im Sog eines steigenden Wohlstands erleichterte Zugang zu medizinischen Leistungen in Schwellenländern wirkt sich entsprechend auf die Kostenentwicklung aus. Folglich ist ein allgemeiner Spardruck im Gesundheitswesen spürbar, was Nachahmermedikamente zu niedrigeren Preisen interessant macht. "Die Diskussion über die Medikamentenpreise begleitet uns seit Jahren. Jüngst hat die Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton diese als Wahlkampfthema in den USA neu lanciert. Ob eine Reform im US-Kongress durchkommt, ist aber ungewiss. Frühere Vorstöße sind alle gescheitert", sagt Oliver Kubli, Lead Portfolio Manager des Fonds BB Adamant Global Generics. Den Fonds gibt es bereits seit 2008 in der Schweiz und nun wurde auch eine Version für Europa auf den Markt gebracht. "Die Lancierung eines Luxemburger Pendants war angesichts der Wachstumsperspektiven des Sektors nur ein logischer Schritt. Nun können wir das Produkt auch auf paneuropäischer Ebene vertreiben", sagt Cyrill Zimmermann, Leiter Healthcare-Fonds & Mandate, zum neusten Produkt von Bellevue. Lead Portfolio Manager Kubli setzt vor allem auf Firmen, bei denen Generika der wichtigste Umsatztreiber ist. Die Auswahl erfolgt fundamental getrieben und zieht das gesamte globale Investment-Universum mit ein. „M&A ist nicht ein Hauptargument für eine Investition, gehört aber zur Entwicklung der Industrie und wird deshalb sehr genau beobachtet“, erklärt Kubli.

 

Große Patentabläufe stehen an


Nutznießer des Trends sind entweder innovative, hoch effiziente Medikamente oder günstigere Nachahmerprodukte, welche nach Ablauf des Patentschutzes des Originalpräparats auf den Markt kommen. Der Sektor ingesamt dürfte auch in den nächsten Jahren um über 10% wachsen. Nicht zuletzt weil große Patentabläufe anstehen. "Wir rechnen in den kommenden Jahren mit vielen Patentabläufen, vor allem bei schwieriger herstellbaren, komplexen Molekülen, wie z.B. bei inhalierbaren oder biologischen Medikamenten. Zwischen 2014 und 2019 verlieren Originalmedikamente mit Umsätzen von über USD 200 Mrd. den Patentschutz", sagt Oliver Kubli. Auf Länderebene sieht er große Chancen im japanischen Markt. Zu den größten Positionen im Fonds zählt entsprechend der japanische Marktleader Sawai Pharmaceutical. Ebenfalls von kräftigem Wachstum geprägt ist der chinesische Markt, auch er wird dominiert von inländischen Anbietern. Fast die Hälfte des Fondsvermögens entfällt auf die USA. In Europa finden sich relativ wenige Unternehmen.