Meldungen | Anleihen, Emerging Markets, Marktkommentar
16.07.2012

"Asiatische Anleihen sind auch für Privatanleger attraktiv"

In einer dreiteiligen Serie erläutert Bryan Collins, Manager des Fidelity Asian Bond Fund, wie Anleger mit asiatischen Anleihen vom Wachstums- und Renditepotenzial dieser Region profitieren können. Im ersten Teil geht es um Anleihen von Emittenten hoher Bonität.

Bryan Collins, Manager des Fidelity Asian Bond Fund

Bryan Collins, Manager des Fidelity Asian Bond Fund

Fidelity

Es spricht vieles für Anleihen aus asiatischen Schwellenmärkten: hohe Wachstumsraten, allgemein sehr gute Fundamentaldaten, ein stark anziehender Binnenkonsum und, nicht zu vergessen, ein niedriger Verschuldungsgrad der asiatischen Unternehmen und Staaten, die ihre Finanzen im Zuge der asiatischen Finanzkrise 1997 und 1998 grundlegend saniert haben. Die Regierungen und Zentralbanken der Region haben den Ausbau der Anleihemärkte zur Schaffung eines effizienten Kapitalmarkts und einer geringeren Abhängigkeit von kurzfristigen Bankkrediten in den letzten zehn Jahren stark gefördert. Der wachsende Markt für Anleihen guter Bonität (mit mindestens BBB-Rating von Standard & Poor’s) hat derzeit eine Größe von rund 230 Mrd. US-Dollar und ist vergleichsweise liquide. Tatsächlich weisen 62% der Investment-Grade-Anleihetitel ein Rating von A und höher auf – und das bei einem gleichzeitig höheren durchschnittlichen Renditeniveau als europäische und amerikanische Schuldverschreibungen mit hoher Bonität.


Kein Wunder also, dass Anlagen in asiatische Anleihen in den vergangenen Jahren mit guten Erträgen glänzten. Jedoch sind sich viele Anleger der Möglichkeiten, die die Anleihenmärkte der schnell wachsenden Volkswirtschaften Asiens bieten, noch nicht bewusst. Die meisten Papiere liegen derzeit jedenfalls in asiatischen Händen. Sicher ist aber, dass diese Anlageklasse in Zukunft für die Portfolio-Diversifikation eine immer größere strategische Bedeutung haben wird.

Hohe Unabhängigkeit von Aktienmärkten in Europa, den USA und Asien

Das von international tätigen Ratingagenturen vergebene Qualitätsmerkmal "Investment Grade" erhalten nur Papiere von Emittenten hoher Bonität. Asiatische Investment-Grade-Anleihen eignen sich für Investoren, die großen Wert auf Risikostreuung im Portfolio legen, insbesondere wegen ihres geringen Zusammenhangs mit den europäischen, amerikanischen und auch asiatischen Aktienmärkten.


Trotz des weltweit niedrigen Zinsniveaus sind die Aussichten für asiatische festverzinsliche Anlagen insgesamt stabil. Charakteristisch für asiatische Anleihen mit Investment-Grade-Status ist zudem im Gegensatz etwa zu US-Investment-Grade-Anleihen eine kürzere Laufzeit bei gleichzeitig höherem Renditepotenzial. Genau diese Kombination macht sie für Anleger besonders attraktiv. In den vergangenen zehn Jahren haben asiatische Anleihen von Emittenten hoher Bonität eine jährliche Rendite von 7 Prozent erwirtschaften können. Zugleich war die Volatilität dieser Anlageklasse sehr viel niedriger als die der asiatischen Aktienmärkte.


Das niedrige Ausfallrisiko und der festverzinsliche Charakter dieser Wertpapiere macht diese lohnend für Anleger, die im anhaltenden Niedrigzinsumfeld nach stabilem Einkommen suchen. In einer Welt der zwei Geschwindigkeiten, in der die entwickelten Volkswirtschaften weiterhin straucheln, während die asiatischen Märkte schneller wachsen und gesündere Fundamentaldaten vorzuweisen haben, sind Anleihen zahlungsfähiger asiatischer Schuldner eine gute Alternative zu Papieren aus den westlichen Industrieländern. Denn Investoren sind heute zum Umdenken bei der Zusammensetzung ihrer Portfolios gezwungen. Angesichts der schnell zunehmenden Bedeutung der asiatischen Volkswirtschaften in der Weltwirtschaft werden auch deren Anleihenmärkte weiter an Gewicht gewinnen. Anleger sollten sich die vielen Möglichkeiten dieser Märkte stärker bewusst machen und bei ihren Anlageentscheidungen berücksichtigen.