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19.01.2018

Allianz rechnet mit Rekorddividenden in Europa

Allianz Global Investors erwartet in einer Studie für 2018 ein Plus von 7,7% bei den Dividendenzahlungen in Europa. 2017 war man in Portugal am spendabelsten, Deutschland und Österreich kamen nicht in die Top 10.

Jörg de Vries Hippen, CIO Equity Europe bei AllianzGI

Jörg de Vries Hippen, CIO Equity Europe bei AllianzGI

Foto: Allianz Global Investors

Dividenden stellen eine wichtige Renditequelle dar und tragen wesentlich dazu bei, die Schwankungsanfälligkeit von Aktienrenditen zu glätten. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung von Allianz Global Investors, erstellt durch deren Global Capital Markets Analysis and Thematic Research. Während die durchschnittliche jährliche Kursentwicklung bei fünfjährigen Halteperioden negativ sein kann, tragen Dividendenzahlungen regelmäßig positiv zur Wertentwicklung von Aktien bei. Auf lange Sicht tragen nach Berechnung des Allianz-Research Dividenden zu rund einem Drittel der Gesamtperformance bei. Mit 38,2% ist der Anteil der Dividendenzahlungen an der annualisierten Gesamtperformance in Europa am höchsten, gefolgt von Nordamerika (31,0%) und Asien-Pazifik (ohne Japan) mit 28,9%. „Die Dividendenrendite in Europa liegt schon seit Jahren mehr als zwei Prozentpunkte über der Rendite von 10-jährigen Bundesanleihen,“ sagt Hans-Jörg Naumer, Head of Global Capital Markets Analysis and Thematic Research.

Europa besonders attraktiv

Jörg de Vries-Hippen, CIO Equity Europe bei Allianz Global Investors, erwartet dieses Jahr für Europa Dividendenausschüttungen in Höhe von 323 Mrd. Euro, das sind rund 23 Mrd. Euro bzw. 7,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Für ihn sind europäische Aktien aber nicht nur wegen der Höhe der Dividenden besonders attraktiv: "Der Ausblick für 2018 ist so gut wie lange nicht mehr. Wir rechnen mit einem Gewinnwachstum von rund 8 Prozent, das allerdings bei einem anhaltend starken Euro auch etwas geringer ausfallen könnte. Die Konjunktur in Europa läuft rund, und die Gewinne der Unternehmen dürften sich weiter positiv entwickeln, was sich positiv auf die Dividendenzahlungen und die Ausschüttungsquoten der Unternehmen auswirkt." 2017 wurden die Gewinne zu 80 Prozent – und damit mehr als jemals zuvor – als Dividenden ausgeschüttet. Daraus lassen sich laut dem CIO folgende Schlüsse ziehen: "Unternehmen sind nicht mehr gewillt, um jeden Preis zu wachsen. Die Interessen der Aktionäre werden bei der Verwendung der Unternehmensgewinne deutlicher berücksichtigt werden. Und nicht zuletzt, dass auch die Unternehmenslenker mit anhaltendem Gewinnwachstum rechnen."

Wo am meisten zu holen ist

In Europa lag 2017 die Dividendenrendite in Portugal mit 4,47% auf dem ersten Platz, gefolgt von Spanien (4,07%) und Finnland (4,02%). Großbritannien, für Dividendenjäger wegen des Volumens traditionell der wichtigste Markt, kommt mit 3,98% auf Platz 4. In Deutschland wurde 2017 eine Dividendenrendite von durchschnittlich 2,51% gezahlt (Platz 11). Österreich liegt mit 2,22% eher abgeschlagen auf dem 13. Platz. „Die Durchschnittswerte sind eine wichtige Orientierungsgröße und sagen einiges über die Bewertung der einzelnen Märkte aus. Entscheidend ist für mich aber die individuelle Höhe der Dividende und wie ein Unternehmen die erwarteten Cash Flows in eine nachhaltige Dividendenpolitik übersetzen kann“, relativiert Jörg de Vries-Hippen, der auch den Fonds „Allianz European Equity Dividend“ managt. „Unternehmen, die unseren Qualitätsansprüchen in beiden Dimensionen genügen, finden wir in nahezu allen europäischen Aktienmärkten. Insbesondere Öl-, Telekom- und Versicherungswerte sind aus Dividendenperspektive derzeit attraktiv.“