Meldungen | Marktkommentar
21.04.2018

Aktien: Emotion gegen Fundamentaldaten

Bringen nach einer volatilen Phase die Quartalsergebnisse eine Wende auf den Aktienmärkten? Ein Marktkommentar des Grazer Bankhauses Krentschker sucht Antworten.

Das erste Quartal des Jahres hat den Finanzmärkten einiges an Aufregungen beschert – mit einem "Match" zwischen Emotionen und Fundamentaldaten. Oberhand haben vorerst die Emotionen behalten: Tagespolitische Themen bestimmen das Geschehen, während gute fundamentale Unternehmensdaten zweitrangig sind.

Die kommenden Quartalsergebnisse, mit denen die Unternehmen ihre Gewinne für das 1. Quartal 2018 veröffentlichen werden, könnten das Blatt jedoch wieder wenden. Die Prognosen für die bedeutendsten börsennotierten US-Unternehmen, zusammengefasst im S&P 500-Aktienindex, liegen bei einem zweistelligen Gewinnwachstum. Diese sehr große fundamentale Unterstützung dürfte sich schlussendlich auch wieder in steigenden Aktienkursen widerspiegeln. Dass die US-Notenbank Fed die Zinsschrauben weiter anzieht, ist nämlich nicht zwangsläufig ungünstig für die Aktienmärkte. Die Vergangenheit lehrt, dass Phasen mit steigenden Zinsen meist sogar mit höheren Aktienkursen verbunden waren. Zudem bewegen sich die derzeitigen Renditen – trotz der jüngsten Aufwärtstrends insbesondere in den USA – vergleichsweise immer noch auf einem sehr niedrigen Niveau, sodass Aktien ein attraktives Investment bleiben. 

Anleihen-Renditen immer noch extrem niedrig

Aktuell notieren die nominellen Renditen für 10-jährige US-Staatsanleihen bei ca. 2,85%. Vor der Finanzkrise im Jahr 2007 lag dieser Wert bei knapp über 5% und 1999, also zu Zeiten der Internet-Euphorie, gar bei fast 7%. Und Europa ist immer noch meilenwert entfernt von Zinsen oder Renditen, die diese Bezeichnung überhaupt verdienen. Für den Anleger bedeutet dieses Umfeld jedoch: aufmerksam und diszipliniert bleiben. Wenngleich auch die globalen Anleiherenditen noch bei weitem keine attraktive Alternative für den Investor darstellen, so bedeuten jedoch weiter steigende Renditen im Umkehrschluss Kursverluste bei Anleihen. Auf eine gute Ausgewogenheit in der Gewichtung von Aktien und Anleihen – je nach Risikoneigung – sollte daher das Augenmerk gerichtet werden.

Turbulenzen bieten gute Chancen

An den Aktienmärkten könnte es in nächster Zukunft immer wieder turbulent werden – vor allem, wenn Emotionen und psychologische Effekte kurzfristig in den Vordergrund rücken. Wir erwarten somit, dass die Zeiten der geringen Volatilitäten endgültig vorbei sind und es immer wieder zu scharfen Korrekturen kommen wird – wie etwa der höchste Punkteverlust des Dow Jones Anfang Februar gezeigt hat. Solche Situationen sind hervorragend geeignet, um den Grundstein für eine zukünftige attraktive Performance des Depots zu legen. Nämlich dann, wenn es gelingt, die Emotionen beiseite zu schieben und zu günstigen Kursen zu kaufen: Wer sich im Februar von den Crashmeldungen nicht anstecken ließ und in das Krentschker-Aktienportfolio eingestiegen ist, liegt heute schon wieder im Plus. Auch bei euphorisch steigenden Kursen hilft ein kühler Kopf. In solchen Phasen empfehlen wir, Gewinne mitzunehmen, auch wenn die Märkte weiter steigen.