Kommentare & Expertenmeinungen | Nachhaltigkeit
06.06.2012

Mehr Durchblick bei „grünen Anlagen“

Viele Finanzberater scheuen die Vermittlung von Nachhaltigkeitsfonds aufgrund des erhöhten Rechercheaufwandes. Neben der Produktqualität gilt es zu prüfen, inwieweit die Geldanlagen entsprechend der persönlichen Anforderungen ökologische und soziale Kriterien bei der Titelauswahl sowie Aspekte des Corporate Governance berücksichtigen. Das Forum für Nachhaltige Geldanlagen hat Fondsprofile und eine Matrix erstellt, die den Durchblick erleichtern – bislang aber nur für knapp 40 Fonds. 

von Kay Schelauske

„Mit FNG-Matrix und FNG-Fondsprofilen sind wir einen weiteren entscheidenden Schritt hin zu mehr Transparenz und einer besseren Verständlichkeit von nachhaltigen Finanzprodukten vorangekommen“ – so bewertet Volker Weber, Vorstandsvorsitzender des Forums Nachhaltige Geldanlagen (FNG) die für interessierte Berater wie Anleger kostenlos bereitgestellten Orientierungshilfen. Die FNG-Matrix ermöglicht einen differenzierenden Überblick von Nachhaltigkeitsfonds im Hinblick auf zahlreiche Kriterien, angefangen bei den gewählten Assetklassen über die Risikoklasse bis hin zum jeweiligen Nachhaltigkeitsansatz und -analyse. In den Nachhaltigkeitsprofilen sind diese Daten für jeden einzelnen Fonds auf zwei Seiten detailliert und kompakt zusammengefasst. So lässt sich beispielsweise nachlesen, dass der „SAM Sustainable European Equities“ ausschließlich in Aktien investieren darf, nach einem Best-in-Class-Ansatz gemanagt wird und nur bei ethisch-sozialen Aspekten Ausschlusskriterien beachtet. Demgegenüber kann der „ÖkoWorld Ökovision Classic“ bis zu 49 Prozent des Fondsvolumens in cash investieren. Die Titelauswahl folgt ausschließlich Positiv- und Negativkriterien, bei denen teils auf Toleranzwerte verzichtet wird, die sonst in begrenztem Umfang inakzeptable Geschäftspraktiken der Einzelanlagen erlauben.

 

Matrix beinhaltet bislang nur knapp 40 „grüne“ Fonds

 

Die Angaben in der Matrix und den Fondsprofilen wurden von den Anbietern bereitgestellt, basieren also auf deren Einschätzung. Gleichwohl bieten sie dem Berater und interessierten Anleger ein Plus an Transparenz und erleichtern die Suche nach dem individuell passenden Nachhaltigkeitsfonds. Als Informationsdienstleister für nachhaltige Geldanlagen im deutschsprachigen Raum hatte das FNG insgesamt 29 Anbieter angeschrieben, die zusammen 114 Fonds verwalten und den Europäischen Transparenz Kodex für Nachhaltigkeitsfonds unterschrieben haben – und daher das Transparenzlogo führen dürfen. Zum Start ist die Zahl mit fast 40 untersuchten Fonds noch beschaulich und de facto unzureichend. Nach FNG-Angaben soll sich das aber bald ändern. Das wäre wichtig. Denn noch fehlen zahlreiche marktbedeutende „grüne“ Fonds in der FNG-Matrix.

Zur Matrix und den Fondsprofilen gelangen Sie hier .